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Sorge um Pflegefachassistenzgesetz

Berufsverbände fordern rasche Verabschiedung des Pflegefachassistenzgesetzes und warnen vor Qualitätseinbußen durch verkürzte Ausbildungszeiten.

Alexander Schraml_BKSB Vorsitzender_Steel Photography
"Hinsichtlich der Entbudgetierung bei den Hausärzten besteht offenbar Eilbedürftigkeit, bei der Altenpflege nicht", mahnt der BKSB-Vorsitzende Alexander Schraml gegenüber den Bundestagsabgeordneten an. Foto: Steel Photography

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und der Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen (BKSB) drängen auf eine rasche Verabschiedung des bundeseinheitlichen Pflegefachassistenzgesetzes. Anlass ist die drohende Verzögerung des Gesetzes aufgrund wahlkampftaktischer Überlegungen.

Kontroverse um Ausbildungsdauer

Im Zentrum der Debatte steht die Ausbildungsdauer für Pflegefachassistenten. Während der DBfK eine 24-monatige Ausbildung für notwendig erachtet, bezeichnet Erich Irlstorfer (CSU) die geplante Dauer von eineinhalb Jahren gegenüber Table.Media als zu lang. Diese Haltung stößt auf scharfe Kritik seitens des DBfK. DBfK-Präsidentin Vera Lux warnt: „Hier wird mit der Pflegequalität und der Sicherheit der Patient:innen gespielt.“ Sie betont, dass eine Absenkung der Mindestanforderungen für Pflegeausbildungen dramatische Folgen für die Versorgungsqualität haben könnte. Lux argumentiert, dass eine 24-monatige Ausbildung erforderlich sei, um den gestiegenen Anforderungen in der Versorgung gerecht zu werden.

Qualität vs. Quantität

Der DBfK kritisiert den Ansatz, den Personalmangel durch verkürzte Ausbildungszeiten zu beheben. Lux betont: „Für eine sichere Versorgung braucht es gleichermaßen Quantität als auch Qualität!“ Sie zieht einen Vergleich zum Ärztemangel, bei dem auch keine Verkürzung des Medizinstudiums gefordert werde. Ein weiterer Kritikpunkt ist die mögliche Überlastung von Pflegefachpersonen durch geringer qualifizierte Assistenzkräfte. Dies könnte zu einem weiteren Personalverlust führen, da viele Fachkräfte eine zunehmende Deprofessionalisierung nicht mittragen würden.

Appell an die Politik

Sowohl der DBfK als auch der BKSB appellieren an die Bundestagsabgeordneten, das Pflegefachassistenzgesetz nicht zu blockieren. Sie fordern, den Einschätzungen der Berufsgruppe zu folgen, die tagtäglich mit den Herausforderungen in der Pflege konfrontiert ist. Der BKSB-Vorsitzende Alexander Schraml äußert in einem offenen Brief seine Besorgnis darüber, dass das konsentierte Pflegefachassistenzgesetz trotz des dringenden Handlungsbedarfs der Diskontinuität zum Opfer fallen könnte. Er kritisiert, dass bei der Entbudgetierung der Hausärzte offenbar Eilbedürftigkeit bestehe, nicht aber bei der Altenpflege.