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Lauterbach: Gesundheitskiosk ergänzt andere Versorgungsangebote

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat einen weiteren Vorstoß zur Errichtung von Gesundheitskiosken in ärmeren Stadtteilen gemacht. Diese lohnten sich aus wirtschaftlicher Sicht und seien für einen Stadtteil eine
wichtige Initiative, sagte der SPD-Politiker im Kölner Stadtteil Chorweiler beim Besuch der “Kümmerei”, einem von wenigen bereits betriebenen Gesundheitskiosken.

Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, unterhält sich bei seinem Besuch in der „dieKümmerei“ im Stadtteil Chorweiler mit einer Hilfesuchenenden. Die Einrichtung soll ein niederschwelliger Zugang zu medizinischen und sozialen Leistungen und bieten sowie Versorgungsangebote bündeln.
dpa/dpa-Pool | Rolf Vennenbernd Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, unterhält sich bei seinem Besuch in der „dieKümmerei“ im Stadtteil Chorweiler mit einer Besucherin.

In Zentren wie der “Kümmerei” werden zwar auch medizinische Routineaufgaben wie etwa das Messen von Blutdruck und Blutzucker übernommen. Es wird aber auch unterstützt und erklärt, wenn es um Pflegeversicherung, Bescheide von der Krankenkasse, Schwangerschaft oder Termine beim Facharzt geht. “Das ist keine Konkurrenz zu anderen Angeboten, sondern eine Ergänzung”, versprach Lauterbach.1000 solcher Kioske sollen den Plänen des Gesundheitsministeriums zufolge ab kommendem Jahr in Deutschland entstehen. Die Initiative, ein Zentrum zu errichten, soll von den Kommunen ausgehen.

Laut Lauterbach haben diese großes Interesse an den Kiosken, schließlich sei es eine kostensenkende Verbesserung der Versorgung. Die Kommunen sollen aber nur für ein Fünftel der Kosten aufkommen, 75 Prozent
sollen die gesetzlichen Krankenversicherungen beisteuern.

AOK Rheinland-Hamburg: Es wird keiner pleite gehen deshalb

Laut AOK Rheinland-Hamburg, die neben der “Kümmerei” eine Handvoll weiterer Kioske in NRW und Hamburg finanziert, belaufen sich die jährlichen Kosten für einen Kiosk auf etwa 500 000 Euro pro Jahr. Man sehe den Anteil der Krankenkassen eigentlich als zu hoch, sagte deren Vizechef Matthias Mohrmann. “Auf der anderen Seite: Es wird keiner pleite gehen deshalb”, sagte er.

Auch für die Kassen sollen sich die Kioske laut Lauterbach unterm Strich rechnen – es sollen etwa Patienten aufgefangen werden, die sonst mit dem Rettungsdienst in eine Klinik gekommen wären. Außerdem sollen durch Prävention Krankheiten früher behandelt werden, die später viel kostspieliger geworden wären.

Erst kürzlich hat in Mecklenburg Vorpommern der erste Gesundheitskiosk des Landes eröffnet.