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Bundesgesundheitsministerin Warken besucht Diakonie Michaelshoven in Köln

Bei einem ihrer ersten offiziellen Termine besuchte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Diakonie Michaelshoven in Köln. Im Mittelpunkt standen innovative Konzepte für eine zukunftsfähige Pflege. Die Ministerin zeigte sich beeindruckt von sektorübergreifenden Ansätzen, neuen Ausbildungsmodellen und digitalen Lösungen. Auch Reformvorschläge zur Pflegeversicherung wurden diskutiert.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu Besuch bei der Diakonie Miachelshoven in Köln. Foto: Diakonie Michealshoven

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat bei einem ihrer ersten offiziellen Besuche als neue Ressortchefin am 6. August die Diakonie Michaelshoven in Köln besucht. Auf Einladung der Frauen Union informierte sie sich laut Pressemitteilung der Diakonie Michaelshoven über innovative Ansätze in der Pflege und führte Gespräche mit Vertretern des Trägers. Die Diakonie präsentierte dabei Projekte, die auf eine nachhaltige und zukunftsfähige Pflege abzielen.

Innovative Projekte und sektorübergreifende Ansätze vorgestellt

Nach der Begrüßung durch Diakonie-Vorstand Prof. Uwe Ufer und Geschäftsführer Christian Potthoff stellte die Einrichtung ihre aktuellen Entwicklungen vor. Ministerin Warken zeigte sich von der Innovationskraft beeindruckt. Insbesondere das gemeinsam mit der Uniklinik Köln geplante Modellprojekt zur präventiven Betreuung älterer Menschen stieß bei ihr auf Interesse. Ziel ist es, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu verringern.

„Der Personalmangel in der Pflege ist spürbar – überall. Doch statt zu klagen, gestalten wir aktiv mit“, sagte Geschäftsführer Potthoff. Neben digitalen Mitteln setzt die Diakonie auch auf internationale Fachkräfte. Ziel sei es, diesen Menschen nicht nur beruflich, sondern auch privat eine neue Heimat zu bieten.

Digitalisierung und Ausbildung im Pflegealltag vereint

Ein weiteres zentrales Thema war die neue Pflegeeinrichtung auf dem Campus Michaelshoven, die eine integrierte Pflegeschule beherbergt. Theorie und Praxis sollen hier eng miteinander verzahnt werden. Die Ausbildung erfolgt in einem Umfeld, in dem auch Pflege gelebt wird. Unterstützt wird der Alltag durch digitale Lösungen wie KI-Anwendungen und virtuelle Realität. Diese sollen sowohl die Pflegekräfte entlasten als auch die Qualität der Versorgung verbessern.

Reformvorschläge und Herausforderungen der Pflege im Fokus

Auch strukturelle Reformen waren Thema des Besuchs. Die Diakonie Michaelshoven stellte gemeinsam mit anderen Trägern Vorschläge zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung vor. Dabei geht es unter anderem um eine stärkere Fokussierung auf Prävention, Zeitbudgets und die Trennung von Wohnen und Pflege. Prof. Uwe Ufer betonte: „Wir stellen keine Forderungen – nicht nach Geld und nicht nach mehr Personal, denn beides gibt es schlicht nicht.“ Stattdessen wolle man aufzeigen, wie durch Innovation und Digitalisierung mehr Menschen mit weniger Ressourcen versorgt werden könnten.

In einer offenen Diskussion mit der Ministerin wurden zudem Herausforderungen wie Finanzierung, Fachkräftemangel, Bürokratieabbau und die Anerkennung ausländischer Pflegekräfte angesprochen. Auch die spezielle Versorgung älterer Menschen mit Behinderung kam zur Sprache.

Ministerin Warken zeigte sich nach dem Besuch angetan: „Für mich war der Besuch besonders spannend – die innovativen Ansätze, die ich hier gesehen habe, gehen in die richtige Richtung.“ Sie betonte, dass die Eigenanteile in der Pflege nicht weiter steigen dürften und kündigte an, die gewonnenen Impulse mit nach Berlin zu nehmen.