News

Pflegeversicherung droht erneutes Defizit

Die Milliardenkosten für die Pflege steigen und steigen, auch für die Beitragszahler wurde es gerade wieder teurer. Reicht das zur Stabilisierung bald schon nicht mehr aus?

"Der Pflege steht das Wasser bis zum Hals. Und der Pegel steigt", sagte Verbandschefin Doris Pfeiffer. Foto: GKV-Spitzenverband

Die Pflegeversicherung steuert trotz einer erneuten Anhebung der Beiträge auch in diesem Jahr auf eine kritische Finanzlage zu. Zu erwarten sei ein Defizit von rund einer halben Milliarde Euro, teilte der GKV-Spitzenverband mit.

„Der Pflege steht das Wasser bis zum Hals. Und der Pegel steigt“, sagte Verbandschefin Doris Pfeiffer. Im Laufe des Jahres dürften wohl weitere Pflegekassen auf kurzfristige Unterstützung zur Sicherung ihrer Liquidität angewiesen sein. Pfeiffer sagte: „Wir haben noch drei Viertel des Jahres vor uns, und die Finanzentwicklung in der Pflege ist besorgniserregend.“ Eine erste Pflegekasse musste mittlerweile Finanzhilfe aus einem Ausgleichsfonds beantragen. Nach jetzigem Stand könne die Liquidität des Fonds und damit die Zahlungsfähigkeit aller Pflegekassen bis zur Jahresmitte gesichert werden, erläuterte Pfeiffer.

Sie betonte: „Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund zur Besorgnis für die Pflegebedürftigen, dass ihnen Leistungen nicht gewährt werden. Auch den Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen werden ihre Leistungen bezahlt.“ Es sei Aufgabe des Fonds, die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen sicherzustellen. Er sei die Reserve, um Schwankungen kassenübergreifend auszugleichen. „Aber langsam läuft der Pflege-Ausgleichsfonds leer“, warnte Pfeiffer. So seien die dort vorhandenen Mittel im Laufe des vergangenen Jahres von anfangs 1,8 Milliarden Euro auf eine Milliarde Euro geschrumpft.

Die Politik müsse handeln, um eine Abwärtsspirale zu verhindern. Im vergangenen Jahr sackte die Pflegeversicherung mit 1,54 Milliarden Euro ins Minus, wie der Verband mitteilte. Zur finanziellen Stabilisierung wurden die Pflegebeiträge zu Jahresbeginn um 0,2 Prozentpunkte angehoben.

Union und SPD haben in ihren Sondierungen für eine neue Bundesregierung eine „große Pflegereform“ verabredet. Der Kassen-Verband forderte als Sofortmaßnahmen erneut, dass der Bund die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige übernimmt und den Pflegekassen Ausgaben aus der Corona-Krise erstattet.

Eine Antwort auf “Pflegeversicherung droht erneutes Defizit

  1. med-pharm-historie

    Verbandschefin Pfeiffer trifft den Nagel auf den Kopf….bravo
    ……………………………………………………………………………….
    Frau Pfeiffer gehört zu den wenigen Verantwortlichen die sehr deutliche Worte finden…
    Jedoch kann auch Sie sich „nicht überwinden“ die einzige grundlegende Lösung, auch nur beim Namen zu nennen…

    Beitragspflicht (Bürgerversicherung) für ALLE Erwerbstätigen
    zur GKV, sowie Pflegeversicherung. Alle anderen Modelle sind Mogelpackungen.. um die weiter zu schonen , die ohne irgendeinen EURO an Zwangsbeiträgen zur GKV beisteuern ! Milliarden in “ Selbstverwaltung “ aus der GKV jedoch saugen ! Der Gleichheitsgrunddatz des GG wird massiv verletzt. Wer findet endlich den Mut? und klagt vor dem BVG in Karlsruhe !

    PRO Senioren PAKT