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Pflegekräfte schlagen Alarm: Stillstand in der Altenpflege trotz Versprechungen der Politik

Beschäftigte der Altenpflege setzen mit betrieblichen Aktionen ein deutliches Zeichen für notwendige Veränderungen.

Trotz zahlreicher Zusagen zur Verbesserung der Situation in der Altenpflege wurden noch immer keine spürbaren Fortschritte erreicht. Foto: Marcus Scholz /Fotolia

Beschäftigte der Altenpflege machen in dieser Woche durch betriebliche Aktionen auf die anhaltenden Probleme in der Branche aufmerksam . Trotz vieler Versprechen der Politik sehen sie dringenden Handlungsbedarf und fühlen sich von angekündigten Maßnahmen enttäuscht, hei0ßt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi.

„Das neue Deutschland-Tempo ist in der Altenpflege nicht angekommen“

Die Gewerkschaft beklagt, dass trotz zahlreicher Zusagen zur Verbesserung der Situation in der Altenpflege noch immer keine spürbaren Fortschritte erreicht wurden. Sylvia Bühler, Mitglied im Bundesvorstand von Verdi, bringt die Unzufriedenheit der Pflegekräfte auf den Punkt: „In der Altenpflege ist das neue Deutschland-Tempo noch nicht angekommen. Dringend nötige Verbesserungen bei der Personalausstattung und der Finanzierung lassen weiter auf sich warten.“

 Uneinheitlichkeit bei Personalvorgaben

Die Einführung bundeseinheitlicher, bedarfsgerechter Personalvorgaben erweist sich für die Pflegekräfte als herbe Enttäuschung. Sylvia Bühler kritisiert: „Wir stellen sogar Verschlechterungen beim Anteil der Fachkräfte fest. Ohne Aufwuchs bei den Pflegestellen insgesamt bedeutet das für die pflegebedürftigen Menschen weniger Pflegequalität. Das ist das Gegenteil von dem, was die Politik versprochen hat. Das ist ein Unding.“

Fehlende Stärkung der Tarifbindung in der Pflege

Die erhoffte Stärkung der Tarifbindung bleibt aus, da die meisten kommerziellen Pflegeheimbetreiber ihren Beschäftigten den Schutz eines Tarifvertrages verweigern. Die sogenannte Tariflohnpflicht erweist sich als intransparent und bietet Schlupflöcher, die es tariflosen Einrichtungen ermöglichen, Beschäftigte ungleich zu behandeln.

Besondere Kritik äußert Bühler in Bezug auf die hohen Eigenanteile von Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen. Mittelfristig plädiert Verdi für eine nachhaltige finanzielle Grundlage der Pflegeversicherung, um eine gerechte Verteilung der Kosten sicherzustellen.