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Pflegebevollmächtigte fordert bessere Unterstützung für pflegende Angehörige

Katrin Staffler (CSU), Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, mahnt spürbare Entlastungen für pflegende Angehörige an. Zwar gebe es bereits Angebote wie Tages- oder Kurzzeitpflege, doch vielerorts mangele es an ausreichenden Kapazitäten. Kommunen müssten langfristig planen, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Zugleich kritisiert Staffler die hohen Eigenanteile in Pflegeheimen und fordert Reformen bei der Finanzierung.

"In vielen Regionen haben wir zu wenig Plätze für Tages- und Kurzzeitpflege", bemängelt Katrin Staffler (CSU), Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung. Foto: Holger Gross

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler (CSU), hat sich für eine Entlastung von pflegenden Angehörigen ausgesprochen. „Wir haben schon heute Angebote – etwa die Tagespflege oder Plätze für Kurzzeitpflege, damit Angehörige durchschnaufen können. Das darf aber nicht nur auf dem Papier stehen“, sagte sie dem Portal web.de (18. August). Der Anspruch nütze wenig, wenn es diese Angebote vor Ort gar nicht gebe.

Lückenhafte Versorgung trotz bestehender Angebote

„In vielen Regionen haben wir zu wenig Plätze für Tages- und Kurzzeitpflege“, sagte die CSU-Politikerin. Deshalb sei eine gute Planung vor Ort nötig. „Die Kommunen müssen sich genau anschauen: Wie viele Pflegebedürftige haben wir in 10, 15 Jahren – und welche Angebote brauchen sie und ihre Angehörigen?“, sagte Staffler. Es sei gut, dass die Kommunen in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung einer großen Pflegereform mit am Tisch säßen.

Hohe Eigenanteile belasten Pflegebedürftige und Familien

Zu den steigenden Eigenanteilen in Pflegeheimen sagte die CSU-Politikerin: „Hier haben wir die für die Bürger schulterbare Höhe überschritten.“ Stellschrauben zur Senkung seien etwa die Finanzierung der Investitionskosten oder die Ausbildungskosten für Pflegekräfte, die nicht aus der Pflegeversicherung bezahlt werden sollten. Zugleich betonte sie: „In den vergangenen Jahren war es ein Wunsch in der Breite der Bevölkerung, dass Pflegekräfte besser bezahlt werden. Das passiert inzwischen und das führt zusammen mit den allgemeinen Preissteigerungen zu höheren Kosten für Pflegeplätze.“

DIHK fordert mehr Eigenverantwortung und längeres Arbeiten

Erst am 16. August hatte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, in der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ gefordert, Leistungen in der Kranken- und Pflegeversicherung zu kürzen, um weitere Steigerungen bei Sozialbeiträgen und Steuern zu verhindern. „Wir brauchen generell mehr Eigenverantwortung, wir müssen weg von der Vollkasko-Mentalität.“ Der Staat könne nicht jede Form von Pflegebedürftigkeit komplett abdecken. Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung müssten „diejenigen, denen das zuzumuten ist“, mehr Eigenbeiträge leisten.

Zudem sprach sich der DIHK-Chef für eine Erhöhung des Renteneintrittsalters aus: „Angesichts der steigenden Lebenserwartung müssen wir auch das Rentenalter ab 2031 weiter an die zusätzliche Lebenszeit im Alter anpassen“, sagte Adrian. Eine weitere Möglichkeit sei es, den vorzeitigen Renteneintritt durch höhere Abschläge einzudämmen.