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DRK Braunschweig-Salzgitter: Gläubiger billigen Insolvenzplan einstimmig

Der DRK-Kreisverband Braunschweig-Salzgitter hat seine Sanierung im Insolvenzverfahren abgeschlossen. Nach Angaben der beteiligten Restrukturierungsexperten stimmte die Gläubigerversammlung am 30. Juni 2026 dem vorgelegten Insolvenzplan einstimmig zu. Rund 400 Arbeitsplätze bleiben erhalten, zwei Pflegeangebote mussten geschlossen werden.

Der DRK-Kreisverband Braunschweig-Salzgitter hat seine Sanierung im Insolvenzverfahren abgeschlossen. Foto: AdobeStock/Parradee

Laut Mitteilung sieht der Insolvenzplan tiefgreifende operative Einschnitte vor. So schließt der Verband die stark defizitäre Tagespflege in Salzgitter-Gebhardshagen dauerhaft. Auch die Sozialstation am Queckenberg in Braunschweig macht dicht. Die dort betreuten pflegebedürftigen Gäste vermittelte der Verband nach eigenen Angaben an andere Träger in der Region. Die DRK-Rettungsstation in Salzgitter ging an einen neuen Träger.

Ursprünglich zählte der Verband rund 450 Mitarbeitende. Im Zuge der Schließungen fielen knapp 40 Stellen weg. Der Betrieb in den verbliebenen Einrichtungen lief jedoch ohne Unterbrechung weiter. Das gilt vor allem für die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe mit Familienzentren, Krippen, Kindertagesstätten, Schulkindbetreuungen und einem Jugendzentrum.

Vorstand Nico Seefeldt Kazazi dankte der Belegschaft: „Trotz der verständlichen Verunsicherung zu Beginn gab es ganz, ganz wenige Absprünge, und selbst diese waren nicht insolvenzbedingt.“

Rückkehr zur regulären Vorstandsstruktur

Mit dem formalen Abschluss des Verfahrens scheiden Harig und Höfer vereinbarungsgemäß aus dem Vereinsvorstand aus. Seefeldt Kazazi führt den Kreisverband danach als alleiniger Vorstand. Er kündigte an, auf dem gelegten Fundament „Modernisierungsschritte wie das Vorantreiben der Digitalisierung in unseren Einrichtungen jetzt gezielt anzugehen“.

Der Kreisverband wurde 1948 gegründet. Mit seinen Tochtergesellschaften erwirtschaftete er zuletzt einen Jahresumsatz von über 20 Millionen Euro. Für die Dauer des Verfahrens rückten die Restrukturierungsexperten Dr. Florian Harig und Silvio Höfer von Anchor Rechtsanwälte zusätzlich in den Vereinsvorstand. Die Sachwalterschaft übernahm Dr. Stefanie Zulauf von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte.

Nach der Abstimmung erklärte Zulauf, die einstimmige Annahme zeige „das große Vertrauen der Gläubiger in das ausgearbeitete Sanierungskonzept“. Zudem sei es gelungen, „die berechtigten Interessen der Gläubiger zu wahren und gleichzeitig den Weg für eine nachhaltige Zukunft des Kreisverbandes freizumachen“.