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Große Fusion: Evangelischer Verbund Augusta Ruhr gegründet
Mit dem Zusammenschluss entsteht nach Angaben der Partner einer der größten evangelischen Kompetenzverbünde in Deutschland und einer der größten Arbeitgeber in der Region mit knapp 10.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 700 Millionen Euro.
Die Evangelische Stiftung Augusta, die Diakonie Ruhr und Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel sowie das Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid agieren künftig als Zusammenschluss unter dem gemeinsamen Dach der Holding Evangelischer Verbund Augusta Ruhr.
Der Evangelische Verbund Augusta Ruhr verbindet die Bereiche Gesundheits- und Sozialwirtschaft, die in abgestimmter Weise zusammenarbeiten. Zum Verbund gehören die Augusta-Kliniken in Bochum und Hattingen, die Evangelischen Krankenhäuser in Herne, Castrop-Rauxel und Witten, das Evangelische Klinikum Gelsenkirchen, zahlreiche Einrichtungen der Altenhilfe mit einem breiten Spektrum an Pflege-, Betreuungs- und Unterstützungsangeboten für das Leben und Wohnen im Alter in Bochum, Witten, Herne, Dortmund, Lünen, Kamen Gelsenkirchen, Hattingen und Wattenscheid sowie stationäre, teilstationäre und ambulant betreute Wohnangebote, Beratungs-, Unterstützungs- und Arbeitsangebote für Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Behinderungen in Bochum und Gelsenkirchen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in Gelsenkirchen und Wattenscheid.
Die Fusion soll bis Ende Januar 2024 vollzogen sein, sie steht allerdings noch unter kartellrechtlichem Vorbehalt.
Strategische Vorteile nutzen
Die Partnerunternehmen im Evangelischen Verbund Augusta Ruhr wollen in ihren Strukturen bestehen bleiben. „Dadurch können sie sich auf ihre Stärken konzentrieren und besser auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort eingehen. Das diakonische Profil und die Identität der Einrichtungen sowie die zahlreichen Standorte bleiben erhalten. Durch den Zusammenschluss entstehen neben der Verknüpfung von Leistungsangeboten auch strategische Vorteile. Dazu gehören verbesserte Positionen in Gesprächen und Verhandlungen mit Wettbewerbern, Kostenträgern und Kapitalgebern. Die medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung, Teilhabe und Integration werden an allen Standorten auf qualitativ hohem Niveau gesichert und ausgebaut“, heißt es in einer Mitteilung der beteiligten Unternehmen.
Als Beispiel für gemeinsame Aktivitäten wird der Evangelische Ausbildungsverbund Ruhrgebiet, in dem die Ev. Stiftung Augusta, die Diakonie Ruhr und die Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel seit Ende 2020 ihre Ausbildungsangebote bündeln, genannt. Dem schließt sich mit der Fusion auch das Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid an. Das Besondere des Ausbildungsverbunds ist seine dezentrale Struktur, die kurze Wege ermöglicht. Unabhängig vom Träger, bei dem sie angestellt sind, können die Auszubildenden die für sie am günstigsten gelegene Pflegeschule nutzen.
Gemeinsam soziale Verantwortung übernehmen
„Der Zusammenschluss ist Ausdruck unserer gemeinsamen Mission und unseres Engagements für christliche Werte und soziale Verantwortung“, betonen die Geschäftsführer Thomas Drathen (Augusta), Jens Koch (Evangelischer Verbund Ruhr) und Olaf Walter (Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid). „Im Verbund möchten wir uns gemeinsam als starke und verlässliche Partner für die Menschen einsetzen, die wir unterstützen und unseren Mitarbeitenden, die sich täglich mit Hingabe und Professionalität für das Wohl anderer einsetzen, sichere und attraktive Arbeitsplätze bieten und im Wettbewerb um rare Fachkräfte mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten, sinnstiftenden Aufgaben und sicheren Berufsperspektiven punkten.“
Stärken und Kompetenzen zu bündeln und so Herausforderungen besser begegnen zu können, ist für die Gesundheitsbranche attraktiv. Erst im Juli vergangenen Jahres hatten die Evangelische Altenheimat (EAH) und die Evangelische Heimstiftung (EHS) eine Absichtserklärung unterschrieben. Die beiden diakonischen Träger mit Einrichtungen und Diensten der Altenhilfe in Baden-Württemberg starten ein Projekt, um herauszufinden, welche strategischen Formen der Kooperation möglich und sinnvoll sind.
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