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Die Versorgungssicherheit in der Altenpflege bröckelt weiter

Der DEVAP hat erneut Pflegeheime und ambulante Dienste befragt. Die Ergebnisse zeigen: Vier von fünf Trägern müssen ihre Angebote weiterhin einschränken.

Wilfried Wesemann
"Wir rufen alle Beteiligten auf, gemeinsam zu denken, damit die Langzeitpflege nicht zur Sozial-und Demokratiefrage wird, sondern das professionelle Pflegesystem das Recht auf würdevolle Pflege endlich wieder erfüllt", so der DEVAP-Vorsitzende Wilfried Wesemann. Foto: DEVAP

An der Umfrage, die vom 10. bis 31. Januar dieses Jahres durchgeführt wurde, haben laut Pressemitteilung des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) 578 Träger teilgenommen. Davon kamen 63 Prozent aus der stationären und 37 Prozent aus der ambulanten Langzeitpflege. Die Teilnehmenden kamen vorwiegend aus Nordrhein-Westfalen (26 Prozent), Niedersachsen (19 Prozent) und Bayern (15 Prozent). Die Hauptgründe für Leistungseinschränkungen seien kurz- und langfristige Erkrankungen von Mitarbeitenden und die Nichtbesetzung von offenen Stellen.

„Die Umfrage wurde bereits Anfang 2023 durchgeführt und die aktuellen Auswertungen zeigen leider, dass sich die Zahlen verstetigen und damit eine zeitliche Belastbarkeit entwickeln“, so Wilfried Wesemann, Vorsitzender des DEVAP. Laut aktueller Umfrage mussten 71 Prozent von 578 Teilnehmenden Leistungen aus personellen Gründen in den letzten sechs Monaten einschränken. 65 Prozent der Pflegeheime können demnach Leistungen nicht erbringen und sogar 84 Prozent der ambulanten Dienste können die Nachfrage von Neu- und Bestandskunden nicht erfüllen.

„In der stationären Pflege konnten 44 Prozent der Träger freie Betten in den letzten sechs Monaten nicht belegen“, so Wesemann weiter. Die Versorgungssituation in der ambulanten Pflege sei noch prekärer: 80 Prozent mussten laut Pressemitteilung in den letzten sechs Monaten Neukunden ablehnen und ein Drittel der Dienste konnten im selben Zeitraum der Aufstockung von Leistungen ihrer Bestandskunden nicht nachkommen. „Als Hauptgrund wird weiterhin fehlendes Pflegepersonal genannt. Damit reduziert sich das Versorgungsangebot trotz steigender Nachfrage weiter massiv“, mahnt DEVAP-Chef Wesemann.

Träger, Pflegebedürftige und ihre Familien bräuchten endlich Planungssicherheit. Der DEVAP schlägt vor,

  • den pflegebedingten Aufwand zu deckeln
  • zielgruppenspezifische Versorgungsangebote vorzuhalten und eine moderne sowie professionelle stationäre und ambulante Versorgung zu refinanzieren
  • andere, sektorenübergreifende Pflegesettings zuzulassen und Ehrenamtliche einzubinden

Abschließend kündigte der Verband an, am 17. Oktober 2024 ein ganzheitliches Konzept zur pflegerischen Versorgung zu veröffentlichen.