APM2026
„Führung ist Bindung“
Die Zukunft der Altenhilfe steht und fällt mit den Menschen, die in ihr arbeiten. Umso wichtiger ist es, Personal nicht nur zu gewinnen, sondern langfristig zu stärken, zu entwickeln und zu binden. Wie das gelingt, war Thema auf dem ALTENPFLEGE Messekongress in Essen.
Wie erreichen wir überhaupt die richtigen Bewerberinnen und Bewerber? Dr. Thomas Hilse, Inhaber von Hilse:Konzept, sowie Giovanni Bruno, geschäftsführender Gesellschafter von fokus digital erläuterten, wie erfolgreiches Recruiting heute funktioniert – nämlich durch Sichtbarkeit auf der eigenen Website und social Media. Das braucht eine klare Positionierung, überzeugende Botschaften und den gezielten Einsatz passender Kanäle.
„Inhalt, Technik und Medien sollten aus einem Guss sein. Wie schaffe ich es, etwas Verbindendes zu bauen?“, fragt Giovanni Bruno. Eine erfolgreiche Außenkommunikation versprechen etwa Testimonials oder Content Serien eines Markenbotschafters. Zudem könne man die KI zu inhaltlichen Schwerpunkten hinzuziehen. Sie mache die Arbet transparenter und dokumentierbar und errechne soger das Budget.
Vertrauen wächst, wenn Menschen sich nicht verstecken müssen
Janine Fahsl, Referentin für Personal, Pflege & Wohnen und Sozialwirtschaft bei der Johannesstift Diakonie, richtete den Blick nach innen: auf die Menschen, die bereits in den Einrichtungen arbeiten. Wie unterschiedlich die Lebens- und Berufsphasen von Mitarbeitenden sind – und welches Potenzial genau darin zeigt sie, wie Lebensphasenorientierte Personalführung in der Altenhilfe gelingt. Ihr Credo lautet „Führung ist Beziehung. Es ist wichtig, den Menschen zu sehen, wo er gerade steht.“ So empfiehlt sie u.a. für die Familienphase, Mitarbeitenden Entlastung und flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten und die Verbindung in der Elternzeit zu halten.
Für die Pflegephase empfiehlt sie, Mitarbeitenden Orientierung und Entlastung zu bieten, Verständnis zu zeigen, statt Druck aufzubauen: „Vertrauen wächst, wenn Menschen sich nicht verstecken müssen“, betont Fahsl.
Für den Übergang in den Ruhestand rät sie ebenfalls, frühzeitig mit den Mitarbeitenden zu sprechen, flexible Modelle zu ermöglichen, Übergänge in den Ruhestand zu schaffen. „Die Beziehung endet nicht automatisch mit dem Arbeitsende. Für den Betroffenen heißt das ja auch: Ich lasse nicht nur meine Arbeit zurück, sondern auch einen Teil von mir selbst.“ Zudem müsse das Wissen unbedingt gesichert werden.
Moderne Führung – Authentizität, Ehrlichkeit und Wertschätzung
Im dritten Teil ging es um die Frage: Was macht authentische Führung heute wirklich aus? Oliver Radermacher, Geschäftsführer der Münch-Stift-APZ GmbH: Pflegekräfte wollen spüren, das ihre Führungskraft „echt“ ist – nicht nur fachlich betrachtet, sondern auch menschlich. Die Führung sollte den eigenen Erkenntnissen, Integrität und Werteorientierung folgen. „Das Handeln sollte im Einklang eigener Überzeugungen stehen“, so Radermacher. Für ihn stehen diese Kernthemen bei authentischer Führung im Mittelpunkt:
- Selbstkenntnis
- Handeln nach Werten
- Beziehungsorientierung
- Transparenz und Konsistenz („mit falschen Entscheidungen richtig umgehen“)
Typische Fallen sieht Radermacher in diesem Zusammenhang in
- Konfliktvermeidung
- Perfektionsdruck
- Pseudo-Authenzitität
- Werte predigen, aber nicht danach handeln
- In Krisen nicht sichtbar sein
Letztendlich sei es entscheidend, Menschen zu führen – und nicht darum, die Erbringer von Leitungen zu verwalten, schließt Radermacher.
Der Messekongress zur ALTENPFLEGE 2026 läuft vom 21. bis 22. April in Essen.
Hier geht’s zum Kongressprogramm
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