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Familienfreundlichkeit im Fokus
Kirchliche Träger setzen auf Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil. 17 evangelische und diakonische Einrichtungen haben das Gütesiegel Familienorientierung erhalten. Die Auszeichnung soll Fachkräfte anlocken und die Mitarbeiterbindung stärken.
In Berlin wurden am Freitag 17 kirchliche und diakonische Trägerorganisationen mit dem Evangelischen Gütesiegel Familienorientierung ausgezeichnet. Laut Diakonie Deutschland konnten zwölf Einrichtungen das Siegel erneut erfolgreich erwerben, während fünf Organisationen erstmals zertifiziert wurden. Die Verleihung fand im Rahmen eines Fachaustauschs statt, der familienorientierte Strukturen im kirchlichen und diakonischen Bereich in den Mittelpunkt stellte.
Das Gütesiegel soll familienfreundliche Unternehmenskultur als strategisches Instrument etablieren. Laut den Veranstaltern gilt eine solche Ausrichtung längst als entscheidender Faktor für Fachkräftesicherung und nachhaltiges Wirtschaften. Die Auszeichnung richtet sich speziell an evangelische und diakonische Einrichtungen, die ihre Personalpolitik entsprechend ausrichten wollen.
Diakonie sieht Familienorientierung als Zukunftsstrategie
Elke Ronneberger, Bundesvorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, betonte die strategische Bedeutung der Initiative: „Mit dem Evangelischen Gütesiegel Familienorientierung haben wir ein Instrument geschaffen, das Familienfreundlichkeit nachhaltig in der Personalpolitik evangelischer und diakonischer Einrichtungen verankert.“ Laut Ronneberger profitieren sowohl Mitarbeitende und ihre Familien als auch die Träger selbst von dieser Ausrichtung.
Die Diakonie-Vertreterin verwies auf konkrete Vorteile für die Arbeitgeber: qualifizierte Bewerbungen, sinkende Fehlzeiten und stärkere Mitarbeiterbindung. Angesichts von Fachkräftemangel und demografischem Wandel positionierten sich Kirche und Diakonie damit zukunftsorientiert als attraktive Arbeitgeberinnen für Menschen mit Familienverantwortung.
Das Gütesiegel existiert bereits seit neun Jahren und soll Träger, Einrichtungen und Dienste ermutigen, ihre Personalpolitik familienorientiert weiterzuentwickeln. Gleichzeitig dient es dazu, entsprechende Bemühungen nach innen und außen sichtbar zu machen.
Breites Spektrum an ausgezeichneten Einrichtungen
Insgesamt sind laut Diakonie Deutschland mittlerweile 65 Träger, Einrichtungen und Dienste unterschiedlicher Größe mit dem Evangelischen Gütesiegel Familienorientierung ausgezeichnet worden. Das Spektrum reicht von Kirchengemeinden und Bildungseinrichtungen bis hin zu Krankenhäusern und großen diakonischen Trägern.
Die zertifizierten Organisationen bieten ihren Mitarbeitenden verschiedene familienfreundliche Maßnahmen an. Dazu gehören laut Diakonie flexible Arbeitszeiten, mobile Arbeitsmöglichkeiten, Sonderurlaub bei familiären Anlässen und Gesundheitsangebote sowie weitere unterstützende Leistungen.
Zu den aktuellen Zertifikatsträgern zählen unter anderem die Agaplesion Mitteldeutschland gGmbH, die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, das Diakonische Werk Schleswig-Holstein Landesverband der Inneren Mission e.V., das Diakonische Werk Kassel, Graf Recke Wohnen & Pflege mit dem Haus Reckeblick Pflege- und Therapiezentrum, das Diakoniewerk Simeon und die Bruderhaus Diakonie.
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