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Beschwerden über Pflege-Missstände in Bayern um zehn Prozent gestiegen
Der Medizinische Dienst Bayern verzeichnet für das Jahr 2024 einen deutlichen Anstieg bei gemeldeten Missständen in Pflegeeinrichtungen. Über die Hälfte der Vorwürfe bestätigen sich bei Kontrollen vor Ort.
Zwei Beschwerden über mögliche Missstände in bayerischen Pflegeeinrichtungen gehen täglich beim Medizinischen Dienst Bayern ein. Laut dem aktuellen Jahresbericht des Beschwerdemanagements erreichten die Prüfer 2024 insgesamt 449 Meldungen zu 342 ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen – ein Anstieg um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verteilung zeigt einen Schwerpunkt bei vollstationären Einrichtungen: 245 Beschwerden betrafen stationäre Pflegeheime, 204 ambulante Pflegedienste, wie der Medizinischen Dienst Bayern mitteilt. Als häufigste Kritikpunkte nennt der Medizinische Dienst Bayern problematisches Mitarbeiter- und Führungsverhalten, mangelnde Pflegequalität sowie Defizite bei Personal und dessen Qualifikation.
Konkret bemängeln Angehörige und Pflegebedürftige laut dem Bericht das komplette Ausbleiben pflegerischer und hauswirtschaftlicher Versorgung sowie eine unzuverlässige Verabreichung ärztlich verordneter Medikamente. „Die Sorgen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen, aber auch der Mitarbeitenden von Einrichtungen nehmen wir sehr ernst und handeln schnell, sensibel und lösungsorientiert“, erklärt Prof. Dr. Claudia Wöhler, Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Bayern.
Mehr als die Hälfte der Vorwürfe bestätigt sich
Die Prüfungen zeigen, dass die Beschwerden meist berechtigt sind: Über 56 Prozent der gemeldeten Missstände bestätigten sich vollständig oder teilweise bei anlassbezogenen Überprüfungen vor Ort. Bei besonders schwerwiegenden Fällen reagiert der Medizinische Dienst schnell: In 22 Fällen empfahl er der Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände eine Anlassprüfung innerhalb von zwei Werktagen, bei weiteren 91 Beschwerden binnen zehn Werktagen.
„Jede Rückmeldung hilft uns, mögliche Missstände frühzeitig zu erkennen und zu beheben“, betont Wöhler. Sie ruft Betroffene dazu auf, sich bei Unsicherheiten oder Verdachtsmomenten zu melden. Beschwerden können sowohl anonym als auch namentlich eingereicht werden – telefonisch unter 089/159 060 2000, per E-Mail an externe-qs-pflege@md-bayern.de oder über ein Online-Kontaktformular.
Der Medizinische Dienst Bayern beschäftigt nach eigenen Angaben 1.700 Mitarbeiter, überwiegend Ärzte und Pflegekräfte, und unterhält 24 Beratungs- und Begutachtungszentren. Die Organisation prüft im Auftrag der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen und ist unter anderem für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit zuständig.
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