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Springerpools: Ein Erfolgskonzept nimmt seinen Lauf

Springerpools können ein wesentlicher Bestandteil der langfristigen Mitarbeiterstrategie in Pflegeeinrichtungen sein. Das ist Thema auf dem Messekongress zur ALTENPFLEGE 2024 in Essen.

„Träger, die sich jetzt an Springerpools heranwagen, haben gleich mehrere Vorteile auf einmal“, meint Unternehmensberater David Thiele. Foto: Thieleberatung

Im Interview berichtet Berater David Thiele über Vorteile für Einrichtungen und Mitarbeitende, aber auch über Stolpersteine bei der Umsetzung von Springerpools.

Herr Thiele, immer mehr Einrichtungen setzen Springerpools ein bzw. Springerkonzepte um. Wo liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile für Einrichtungen?

Seit Jahrzehnten haben sich in der Pflege bestimmte Erfahrungen, aber auch Vorurteile aufgebaut. Diese Erfahrungen und Vorurteile gründen sich auf viele Erlebnisse, die Pflegemitarbeiter Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat erleben mussten. Rücksichtnahme auf private Bedürfnisse: Fehlanzeige. Rücksichtnahme auf die Gesundheit und Erholung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Fehlanzeige. So baute sich die logische Konsequenz zum einen Stück für Stück bei den Pflegemitarbeitenden auf und die Einstellung zu Pflege in der Gesellschaft zum anderen. Der Pflegeberuf ist anstrengend, familienunfreundlich und nimmt auf die Gesundheit der Mitarbeitenden keine Rücksicht. Leider muss ich sagen, sowohl die Mitarbeitenden als auch die Gesellschaft haben ein großes Stück weit recht. Die hohe soziale Kompetenz und altruistische Einstellung von Altenpflegerinnen und Altenpflegern und Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern wurde oft ausgenutzt. Mit der Einführung von Springerpools ist damit endlich und erstmalig in den letzten Jahrzehnten Schluss! Die Träger, die sich jetzt an Springerpools heranwagen, haben gleich mehrere Vorteile auf einmal.

  • Sie haben deutlich mehr Stellen und somit Mitarbeiter zur Verfügung, um Dienstplanschwankungen kompensieren zu können.
  •  Sie schaffen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Einrichtungen, die ein solches Konzept nicht anbieten.
  • Der Respekt und die deutlich spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen spricht sich herum und kann für eine bessere Bewerberlage führen, wenn die entsprechende Kommunikation, sprich Marketingkonzeption, nach außen erfolgt.

Welche Voraussetzungen sollten gegeben sein, damit Springerkonzepte erfolgreich funktionieren?

Das ist ein weites Feld mit einigen Stolpersteinen. Die Voraussetzungen sind es, die Springerpools etwas komplex in der Umsetzung machen können. Da ist zum einen die Durchführung erfolgreicher Pflegesatzverhandlungen zu nennen. Es gibt noch wenig Erfahrungen mit Pflegesatzverhandlungen und einem Abschluss, der auch Stellen für Springerpools enthält. In einer Pflegeeinrichtungen mit 100 Betten könnten das bis zu 6 VK sein.

Wären diese zusätzlichen Stellen verhandelt, dann müssten diese auch mit Leben gefüllt werden. Das heißt, es werden sechs Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter gesucht, die bereit sind, diese Springerpoolstellen auch anzunehmen. Dann kommt die nächste Herausforderung, die besetzten Springerpoolstellen müssen dann zeitnah bzw. unverzüglich mit neuen festen Mitarbeitenden aufgefüllt werden. Kurzum, es werden neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Höhe des verhandelten Springerpools benötigt. Bei der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt ist das für die meisten Betreiber von Pflegeeinrichtungen nahezu unmöglich.

Inwiefern profitieren die Mitarbeitenden davon?

Die Mitarbeitenden haben die Möglichkeit, sich ihre Flexibilität vergüten zu lassen. Hier liegt auch das Problem. Die zusätzlich verhandelten Springerpoolstellen müssen dann auch eine Vergütung aufzeigen, die deutlich über der normalen Vergütung liegt. Zeigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Flexibilität einzuspringen, dann bedeutet das mehr Geld. Es sollte versucht werden, in den Pflegesatzverhandlungen die Mehrkosten mit einzupreisen. Die Chance jedoch ist eher gering. Und trotzdem lohnt sich der Springerpool in jedem Unternehmen. Ein weiterer Vorteil ist die weitestgehende Dienstplansicherheit, die deutliche Reduzierung von Einspringdiensten und damit die messbare Steigerung von Mitarbeiterzufriedenheit. Dies wiederum hilft, die Ausfallzeiten zu reduzieren und damit bares Geld zu sparen. Aus meiner Sicht: Vorteile, soweit man schaut.

Die Fragen stellte Ina Füllkrug.

Mehr zum Thema erfahren Sie von David Thiele auf dem Messekongress zur ALTENPFLEGE 2024 in der Masterclass 3.03 „Springerpools – Fakten, Planung, Umsetzung. Ein Erfolgskonzept nimmt seinen Lauf“ am 25. April 2024 von 14.00 bis 15.00 Uhr.

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