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Wie tickt die Generation Z?

Anstatt die Generation Z nur als Arbeitskraft zu betrachten, sollten wir ihre Potenziale in der Arbeitswelt neu bewerten und wertschätzen, so Miriam Moser im Blog auf Altenheim Online

Miriam Moser
Miriam Moser, Digital-und Pflegepionierin, Workshopleiterin, Autorin und Beraterin Foto: Privat

Von Miriam Moser

In der heutigen, von verschiedenen Generationen geprägten Arbeitswelt, darunter Babyboomer, X, Y und Z, wird oft intensiv über die Rolle der Generation Z diskutiert. Die Generation Z wird nicht nur gebraucht, sondern es wird Zeit, sie auch gebührend zu wertschätzen und aktiv an Entscheidungen teilhaben zu lassen. Denn sie sind unsere Zukunft. Es ist wichtig zu erkennen, dass die Vielfalt der Generationen auch Chancen für gemeinsames Lernen und Wachstum bietet.

Die Vorurteile
Die Generation Z wird oft mit Vorurteilen konfrontiert:

  • Desinteresse an Arbeit
  • mangelnde Kollegialität
  • verstärkter Egoismus

Doch diese Stereotypen spiegeln nicht die Realität wider. Fast die Hälfte der 15- bis unter 30-Jährigen engagiert sich in ihrer Freizeit sozial oder politisch. Eine vielfältige und engagierte Generation, die oft missverstanden wird.

Digital Natives 2.0
Die Generation Z wird als „Digital Natives 2.0“ bezeichnet, da sie in einer Welt aufwächst, die von digitalen Angeboten geprägt ist. Ihre Affinität zu Technologie und die Nutzung von Spielkonsolen, Sprachassistenzsystemen und Wearables sind Ausdruck ihrer digitalen Lebensweise. Diese Fähigkeiten sind äußerst wertvoll und verdienen Anerkennung. Es ist jedoch wichtig zu erkennen, dass aufgrund fehlender Medienkompetenz, die in der bisherigen Schulbildung leider oft vernachlässigt wurde, Schwachstellen existieren. Die ältere Generation hat oft Bedenken bezüglich des Datenschutzes und hat hier immer wieder massive Vorbehalte, auch aufgrund fehlenden Wissens. Während die jüngere Generation dazu neigt, ohne ausreichendes Wissen über Datenschutz, ihre Daten zu teilen, liegt hier die Chance, voneinander zu lernen und ein gegenseitiges Verständnis zu schaffen.

Pflegeausbildung und -studium
In der Pflegeausbildung und im -studium besteht Nachholbedarf, insbesondere bei Finanzierung und Anerkennung. Beachtlich ist, dass der Medianwert für die Pflegeausbildung im Jahr 2022 bei 21 Jahren lag, was zeigt, dass auch junge Menschen in diesem Bereich engagiert sind. Leider sind die Pflegestudienplätze nur halb besetzt, da sich viele Studenten die Ausbildung nicht leisten können und bislang keine finanzielle Unterstützung erhalten. Der Wille ist jedoch vorhanden, und das Pflegestudienstärkungsgesetz, das gerade beschlossen wird, soll dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Dann haben auch endlich Pflegestudenten die gleiche Chance, auch finanziell honoriert zu werden. Wie man sieht, wird auch das Vorurteil des fehlenden sozialen Engagements erneut widerlegt, denn die Pflege ist jung und engagiert.

Die Wünsche der Generation Z
Die Generation Z hat klare Erwartungen an die Arbeitswelt:

  • mehr Anerkennung
  • stärkere Einbindung digitaler Angebote
  • mehr Flexibilität und Mitspracherechte

Diese Wünsche sollten wir endlich ernst nehmen und ihnen die angemessene Wertschätzung entgegenbringen.

Wie also gewinnt man die GenZ für die Pflege?
Um die Generation Z für die Pflege zu gewinnen, dürfen wir verstehen, was sie sich wünschen, mit ihnen stärker austauschen und ihnen auch zeigen, dass sie unsere wichtigen Ressourcen in Sachen Zukunft sind. Zeigen wir ihnen von klein auf, was Pflege wirklich bedeutet, indem wir bereits in jungen Jahren ansetzen. Die Zusammenarbeit mit Schulen, insbesondere durch Praktikumsangebote und Initiativen wie die Schoolnurses, kann den Grundstein legen. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, zum zweiten Mal als Mentorin am Health Hackathon in Trier teilzunehmen, bei dem Schülergruppen und Studierende innovative Lösungen für die Pflege entwickelt haben. Diese jungen Menschen haben sich wirklich engagiert und in ihrer Freizeit kreative Lösungen für die Pflege geschaffen, was zu wohlverdienten Preisen führte. Ich betrachte mich selbst als Brückenbauerin, sei es zwischen Innovationen und Generationen oder in interdisziplinären Gesprächen.

Mein Schlussfazit
Die Generation Z ist unsere Zukunft, und es liegt an uns, ihr Potenzial zu erkennen und zu stärken. Wir sollten die Gelegenheit nutzen, von ihnen zu lernen und ihnen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln.