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Pflegebevollmächtigte: So will sie die ambulante Pflege verbessern

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Claudia Moll hat zwölf konkrete Vorschläge zur Entbürokratisierung und Effizienzsteigerung in der ambulanten Pflege präsentiert.

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung hat Ideen und Denkanstöße vorgestellt, um die ambulante Versorgung Pflegebedürftiger zu verbessern und ambulante Dienste zu entlasten. Foto: Adobe Stock/ hkama

Neben der Entlastung pflegender Angehöriger steht laut Pressemitteilung insbesondere der effizientere Ressourceneinsatz im Fokus. „Es geht nicht immer darum, das Rad neu zu erfinden, sondern unsinnige Dinge abzustellen. Es ist doch Wahnsinn, wenn beispielsweise fünf verschiedene Pflegedienste das gleiche Wohnhaus anfahren. Da brauchen wir bessere Anreize, dass sich Pflegedienste auf bestimmte Gebiete fokussieren und Menschen mit Pflegebedarf auch diesen Dienst beauftragen. Anderseits gibt es Straßen, die gar nicht angefahren werden – nur weil es dort keine freien Parkplätze gibt. Das sind doch Dinge, die man sofort abstellen kann“, so die Pflegebevollmächtigte Claudia Moll in ihrer Stellungnahme.

Neue Möglichkeiten für pflegedienstübergreifende Kooperationen

Zusätzlich zu kurzfristig realisierbaren Maßnahmen macht die Pflegebevollmächtigte auch Vorschläge zur effizienteren Versorgungsplanung. „Ich höre immer wieder, dass Pflegedienste vor dem Problem stehen, wegen einzelner Behandlungspflege-Patienten entweder eine zusätzliche Fachkraft-Tour zu planen oder ihre Fachkraft auch Grundpflege-Klienten aufsuchen zu lassen und Hilfstätigkeiten durchführen. Beides wäre in vielen Fällen ineffizient. Vielleicht gibt es aber einen anderen Dienst, der ohnehin in der Nähe ist, mit dem die Versorgung geteilt werden könnte. Hier brauchen wir ganz neue Möglichkeiten pflegedienstübergreifender Kooperationen, um Fahrzeiten zu reduzieren und Touren effizienter zu machen“, so Moll.

„Zeit ist der kritische Faktor“

Einen weiteren Schwerpunkt zur Effizienzsteigerung sieht die Pflegebevollmächtigte in der kompetenzorientierten Arbeitsteilung und der Reduzierung des Arztvorbehalts. Mit ihren weiteren Vorschlägen liefert die Pflegebevollmächtigte Denkanstöße, wie beispielsweise die Chancen der Digitalisierung besser genutzt, unterversorgte Gebiete identifiziert und besser versorgt oder die Verbraucherrechte mit einer Genehmigungsfiktion nach drei Wochen gestärkt werden können „Wir werden nie wieder so viele Pflegekräfte haben, wohl kaum mehr Geld, aber sicher mehr Menschen mit Pflegebedarf. Darauf müssen wir uns sofort vorbereiten – Zeit ist dabei der kritische Faktor.“

Erst kürzlich hatte Claudia Moll eine Broschüre zum Thema „Pflege jetzt gestalten“ veröffentlicht, in der verschiedene Potenziale beschrieben sind, mit denen die Pflege angesichts der aktuellen Herausforderungen verändert werden kann.

Alle Vorschläge der Pflegebevollmächtigten zur Entbürokratisierung und Effizienzsteigerung in der ambulanten Pflege finden Sie als PDF auf der Webseite der Pflegebevollmächtigten.