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Träger warnen vor Ende des Pflege-Schutzschirmes
Träger der Altenhilfe der Caritas Baden-Württemberg weisen in einer aktuellen Pressemitteilung darauf hin, dass Corona ist in den Einrichtungen der Altenhilfe nicht vorbei sei. Sie fordern deshalb Bund und Land auf, „ihrer Verantwortung für eine gesicherte Infrastruktur für alte und pflegebedürftige Menschen nachzukommen“. Diese sei ernsthaft in Gefahr, „sollte der bundesweite Schutzschirm Pflege zum 30. Juni tatsächlich auslaufen und nicht verlängert werden“, mahnen die Träger.

Die finanziellen Aus- und Nachwirkungen von mehr als zwei Jahren Pandemie belasteten nach wie vor die Altenhilfe-Einrichtungen. Darauf machen die Verantwortlichen der im „Netzwerk Alter und Pflege“ und der „Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe, Hospizarbeit und Pflege“ zusammengeschlossenen katholischen Träger der Altenhilfe der Caritas Baden-Württemberg aufmerksam. Sie fordern darum Bund und Land in einer Pressemitteilung „eindringlich auf, ihrer Verantwortung für eine gesicherte Infrastruktur für alte und pflegebedürftige Menschen nachzukommen“. Denn diese sehen die Verantwortlichen „ernsthaft in Gefahr, sollte der bundesweite Schutzschirm Pflege zum 30. Juni tatsächlich auslaufen und nicht verlängert werden“.
„Der Schutzschirm erfüllte die ihm zugedachte Aufgabe, eine gute Versorgung der älteren und pflegebedürftigen Menschen aufrecht zu erhalten: Er leistete einen Beitrag, die Refinanzierung der erheblichen Mehrausgaben sicher zu stellen, die den Einrichtungen beispielsweise durch den zusätzlichen Personal- und Materialaufwand für Schutz- und Hygienemaßnahmen während der Pandemie entstanden sind“, führen die Träger aus. Außerdem habe er geholfen, „die gleichzeitigen Mindereinnahmen abzufedern, die sich schnell summieren, wenn beispielsweise Zimmer aufgrund behördlicher Anordnung nur einfach belegt, oder neue Bewohnerinnen und Bewohner pandemiebedingt erst gar nicht aufgenommen werden konnten“, heißt es in der Mitteilung. All das habe teils „gefährliche Löcher in unsere Haushalte gerissen“, so Boris Strehle und Professor Dr. Wolfgang Wasel, Sprecher des Netzwerk Alter und Pflege im Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Ziehe der Bund sich zurück, sei das Land in der Pflicht
Vielfach zeigten sich die finanziellen Auswirkungen der Pandemie in ihrer ganzen Tragweite für die Einrichtungen erst mit zeitlichem Verzug. Man sei keinesfalls „über dem Berg“; erst recht nicht, wo die Einrichtungen nach wie vor zu besonderen Schutzmaßnahmen für ihre Bewohnerinnen und Bewohner verpflichtet sind. Die Lockerungen, die „draußen möglich sind, sind es bei uns noch längst nicht und damit haben wir auch über den 30. Juni hinaus Mehrkosten, die refinanziert werden müssen“, so Dr. Karl-Heinz Huber, Vorsitzender der AG Altenhilfe, Hospizarbeit und Pflege im Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg. Nach über zwei Jahren Corona seien die Pflegekräfte „erschöpft und ausgelaugt“. Viele hätten ihrem Beruf auch den Rücken gekehrt. Wenn neben all diesen Belastungen jetzt auch noch der Schutzschirm wegfällt, verkrafte dies die Pflege in Baden-Württemberg nicht.
Sollte sich der Bund Ende Juni tatsächlich aus der Refinanzierung zurückziehen, sehen die Träger der katholischen Altenhilfe in Baden-Württemberg das Land in der Pflicht, „drohende Versorgungslücken abzuwenden“.
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