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SPD will Pflegelotsen für NRW – Laumann lehnt ab

Die nordrhein-westfälische SPD fordert feste Ansprechpartner für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige. Gesundheitsminister Laumann (CDU) weist die Vorschläge mit Verweis auf fehlende Ressourcen zurück.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Foto: MAGS/Jördis Zähring

Pflegende Angehörige sollen nach dem Willen der SPD-Landtagsfraktion künftig durch sogenannte Pflegelotsen unterstützt werden. Laut dem Vorschlag der Oppositionspartei sollen diese Lotsen als feste Ansprechpartner:innen bei Anträgen und Pflegeleistungen beraten sowie den oft schwierigen Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Versorgung begleiten. Ausgestattet mit digitalen Akten sollen sie Familien helfen, sich im komplexen Pflegesystem zurechtzufinden.

Die SPD schlägt vor, das Konzept zunächst als zweijähriges, vom Land finanziertes Modellprojekt in fünf Regionen zu erproben, bevor es flächendeckend eingeführt wird. Ergänzend fordert die Fraktion den Aufbau einer Nachbarschaftspflege: In jedem Regierungsbezirk sollen Pflegeteams aus zehn bis zwölf Pflegefachpersonen entstehen, die eng mit den Quartieren verbunden arbeiten.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erteilte den Vorschlägen in der Landtagsdebatte eine klare Absage. „Ich will da keine zusätzlichen Stellen, ich will da auch kein zusätzliches Geld“, sagte Laumann laut dpa. Das notwendige Personal sei auf dem Arbeitsmarkt nicht zu finden. Stattdessen müssten vorhandene Ressourcen genutzt werden, um die Pflegeberatung in der häuslichen Pflege besser zu organisieren. Der Minister verwies darauf, dass mehr als 85 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt würden – ein Großteil davon mit Pflegegrad 5, also mit schwersten Beeinträchtigungen.

Der pflegepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thorsten Klute, hielt dagegen: „Pflegende Angehörige müssen endlich als das anerkannt werden, was sie längst schon sind: Eine feste und unverzichtbare Säule der pflegerischen Versorgung.“ Die SPD fordert zudem niedrigschwellige Entlastungsleistungen, Qualifizierungs- und Reha-Angebote sowie eine bessere soziale Absicherung für pflegende Angehörige.