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Seniorenzentrum Stift Sankt Martin in Bingen wird geschlossen – Bewohner und Beschäftigte betroffen
Das Seniorenzentrum Stift Sankt Martin in Bingen soll bis Ende Juni 2026 schließen. Wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet, kann der Träger, die Carl-Puricelli’sche Stiftung aus Rheinböllen, den Betrieb des Alten- und Pflegeheims aus finanziellen Gründen nicht fortführen. Betroffen sind rund 70 Bewohnerinnen und Bewohner sowie etwa 80 Mitarbeitende.
Nach Angaben der Stiftung sei es nicht gelungen, einen Investor zu finden. Zudem habe die geringe Belegung des Hauses in Verbindung mit einem Mangel an Pflegepersonal zu einem wachsenden Defizit geführt. Das rund 50 Jahre alte Gebäude sei außerdem dringend sanierungsbedürftig.
Die Nachricht sorgt bei Bewohnern, Angehörigen und Beschäftigten für Bestürzung. Viele Seniorinnen und Senioren müssten nach teils jahrzehntelangem Aufenthalt ein neues Zuhause suchen. Eine Angehörige sagte dem SWR, die Lage in Bingen sei ideal gewesen – ein Umzug in eine andere Stadt würde längere Anfahrtswege und selteneren Kontakt bedeuten.
Die Mitarbeitervertretung des Heims kritisierte den Träger scharf. Das Haus sei über Jahre hinweg ohne Leitung gewesen, zudem habe es an Transparenz über die finanzielle Lage gefehlt. Einen Sozialplan gebe es nicht, betriebsbedingte Kündigungen seien angekündigt worden, berichtet der SWR weiter.
Für kommenden Samstag ist in Bingen eine Demonstration zum Erhalt der Einrichtung geplant. Beschäftigte, Angehörige und, soweit möglich, auch Heimbewohner wollen sich daran beteiligen. Vor dem Seniorenzentrum soll ein Banner angebracht und 146 Kerzen entzündet werden – sie sollen für die 146 betroffenen Menschen stehen, wie eine Sprecherin der Mitarbeitervertretung dem SWR sagte.
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