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4,5 Millionen Euro für digitale Pflegeforschung – Gerlach gibt Startschuss für FiPtec
Der Freistaat Bayern fördert die neue Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) an der Hochschule Kempten mit rund 4,5 Millionen Euro. Ziel ist es, Erkenntnisse aus Pflegewissenschaft, -ethik und Technologieentwicklung zu bündeln und schneller in die stationäre Langzeit- und ambulante Pflegepraxis zu übertragen. Beteiligt sind alle relevanten bayerischen Hochschulen mit Pflegeschwerpunkt.
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU) hat gestern den Startschuss für die Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) am Bayerischen Zentrum Pflege Digital (BZPD) an der Hochschule Kempten gegeben. Laut Ministerium soll damit eine bayernweite Plattform entstehen, die Forschungswissen bündelt und in die Praxis überführt.
Einbettung in die HighCare Agenda
Die Förderung von rund 4,5 Millionen Euro ist Teil der HighCare Agenda der Bayerischen Staatsregierung. Nach Angaben Gerlachs investiert der Freistaat im Rahmen dieser Agenda bis 2028 insgesamt rund 31 Millionen Euro in Digitalisierung und neue Technologien in der Pflege. Neben FiPtec gehört auch das bereits bestehende Kompetenzcluster für innovative Pflege (KiPf) zur Agenda, das vom Bayerischen Gesundheitsministerium mit rund 4,4 Millionen Euro gefördert wird.
Aufbau und Ausrichtung
FiPtec versteht sich nicht nur als Trägerin eigener Forschungsprojekte, sondern vor allem als Netzwerk für den Austausch zwischen Hochschulen. Beteiligt sind laut Ministerium alle relevanten bayerischen Hochschulen und Universitäten mit einem Pflegeschwerpunkt. Die Arbeit erfolgt in vier interdisziplinären Arbeitsgemeinschaften, in denen Fachleute aus Forschung und Pflegepraxis zusammenarbeiten. Berücksichtigt werden Erkenntnisse aus Pflegewissenschaft, Pflegeethik und Technologieentwicklung; die Ergebnisse sollen sowohl in der stationären Langzeitpflege als auch in der ambulanten Pflege Anwendung finden.
Praxistauglichkeit als Maßstab
Gerlach machte deutlich, dass die technische Machbarkeit nicht das entscheidende Kriterium sein soll. Im Fokus stehe die Frage, welche Technologien tatsächlich für die Praxis sinnvoll nutzbar seien. Nach ihrer Darstellung könne nur das aus der Forschung in den Pflegealltag gelangen, was von Pflegenden und Pflegebedürftigen als Mehrwert wahrgenommen werde. Digitalisierung in der Pflege müsse den Menschen dienen, nicht umgekehrt.
Aufruf zur Mitwirkung
Die Ministerin rief Praktiker:innen, Nachwuchswissenschaftler:innen, Post-Docs und Promovierende, die sich mit Pflegetechnologien befassen, zur Beteiligung an FiPtec auf. Dies entspreche dem Charakter der HighCare Agenda als Mitmach-Initiative.
Standort Kempten
Angesiedelt ist die Initiative am Bayerischen Zentrum Pflege Digital, einem Forschungsinstitut der Hochschule Kempten, das sich nach Ministeriumsangaben in den vergangenen Jahren zu einem Impulsgeber für die digitale Pflegeforschung entwickelt hat.
Weitere Informationen zur HighCare Agenda und zum Bayerischen Zentrum Pflege Digital: www.stmgp.bayern.de sowie www.hs-kempten.de/bayerisches-zentrum-pflege-digital
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