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Seniorendomizil Riepenblick gewinnt Altenheim Hauswirtschafts-Preis 2025

Ernährungskultur im Wandel – gemeinsam, flexibel, digital: Mit seinem Verpflegungskonzept gewinnt das Seniorendomizil Riepenblick in Hameln den Altenheim Hauswirtschafts-Preis 2025.

Michael Arendes (Marketing-Manager beim Preissponsor Miele, von links), Rosi Thielmann, HWL, Veronika Schaper, Dipl. oec., Thomas Kornblum und Ina Füllkrug, Redakteurin Altenheim & care konkret. Foto: Jürgen Schulzski

Das Seniorendomizil Riepenblick setzt auf multiprofessionelle Zusammenarbeit und digitale Innovation, um die Ernährungsversorgung seiner Bewohner zu optimieren. Dafür wurde es mit dem Altenheim Hauswirtschafts-Preis 2025 ausgezeichnet. Auf dem Altenheim Managementkongress in Köln wurde die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung übergeben.

„Das Projekt beweist eindrucksvoll, was die Zusammenarbeit von Pflege und Küche bewirken kann, um Bewohner:innen bedarfs- und bedürfnisgerecht zu ernähren – vorausgesetzt sind Fachkenntnis, Engagement und Kreativität“, sagt Ina Füllkrug, Redakteurin Altenheim & care konkret.

Küche, Hauswirtschaft, Pflege, Logopädie, Ergotherapie sowie Ernährungswissenschaft arbeiten zusammen, um eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Bereits 2016 wurde eine Diplom-Oecotrophologin ins Team integriert und die Küchenleitung durch eine Zusatzausbildung zur Heimköchin gestärkt. „Ernährung wird nur dann zu einem echten Qualitätsmerkmal, wenn auch Küche, Hauswirtschaft und Ernährungswissenschaft mit gut ausgebildeten Fachkräften vertreten sind“, betont die Ernährungsberaterin Veronika Schaper.

Jury-Mitglied Thomas Kornblum, Hauswirtschaftsmeister bei der WH Care GmbH, ist nicht nur von der stetigen Weiterentwicklung, sondern auch von der Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung, Einrichtungsleitung, Pflegedienst, Küchen-, Service- und Reinigungskräften beeindruckt: „Hier ziehen wirklich alle gemeinsam an einem Strang. Zudem wird die Hauswirtschaft als zentrale Kraft erkannt, die Versorgung, Organisation und Digitalisierung sinnvoll zusammenführt und damit Qualität sowie Arbeitskultur nachhaltig stärkt.“

„Was mich an diesem tollen Projekt besonders begeistert, ist die Kontinuität trotz widriger Bedingungen und die Ernährungskultur immer wieder neu zu denken, anzupassen und weiterzuentwickeln,“ lobt Michael Arendes, Marketing-Manager beim Preissponsor Miele.

Verschiedene Herausforderungen erfordern spezielle Ansätze

Das Ernährungskonzept orientiert sich am Expertenstandard Ernährungsmanagement und unterscheidet zwischen verschiedenen Problemlagen. Bei Appetitlosigkeit setzt die Einrichtung auf sogenanntes Smoothfood in Form, hausinterne Trinknahrungen und energiereiche Anreicherungen mit Bio-Rapsöl sowie Hanfsaaten.
Für Bewohner mit Kau- und Schluckstörungen entwickelt das Team konsistenzgerechte Speisen nach dem IDDSI-Standard. Die logopädische Schluckdiagnostik dient dabei als Grundlage für die Einstufung in geeignete Koststufen.
Menschen mit Demenz erhalten eine spezielle Unterstützung durch gerontopsychiatrische Fachkräfte. Biografieorientierte Speisenzusammenstellung, Fingerfood-Angebote und eine reizarme Essumgebung sollen die Nahrungsaufnahme fördern.
Bei erhöhtem Energie- und Flüssigkeitsbedarf, etwa durch chronische Entzündungen oder Wundheilung, passen die Mitarbeitenden den Speiseplan entsprechend an. Denn auch bettlägerige Bewohner können einen erhöhten Energiebedarf haben.

KI-Plattform soll Ernährungsplanung optimieren

Als besondere Innovation führt das Seniorendomizil Riepenblick eine digitale Plattform ein, die KI-basierte Unterstützungsfunktionen für die Verpflegungsplanung bietet. Das Haus fungiert als Pilotanwender und gestaltet die Weiterentwicklung mit. Ziel ist, die Eigenständigkeit der Küche zu sichern und die individuelle Gestaltung des Ernährungskonzepts zu bewahren.
Die Software vernetzt Pflege, Küche und begleitenden Dienst digital und ermöglicht erstmals die strukturierte Erfassung ernährungsbezogener Daten, die in herkömmlicher Pflegesoftware nicht abbildbar sind.

Qualitätszirkel und kontinuierliche Weiterentwicklung

Zur dauerhaften Verankerung des Konzepts führt das Haus regelmäßige Qualitätszirkel durch, in denen konkrete Herausforderungen systematisch bearbeitet werden. Themen sind unter anderem die Entwicklung von Fingerfood, die Auswahl geeigneter Hilfsmittel und die Schulung der Mitarbeitenden bei konsistenzangepasster Kost.

Nach dem Multiplikatorenprinzip werden Schulungen in kleinen Teams durchgeführt, um Wissen weiterzugeben. Dabei lernen Mitarbeitende verschiedener Bereiche voneinander: „Pflege in der Küche – Küche in der Pflege.“

Das Seniorendomizil Riepenblick sieht sein Ernährungskonzept als „stetiges Dranbleiben“ und nicht als abgeschlossenes Projekt. Trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen und Fachkräftemangel will die Einrichtung die Ernährungskultur kontinuierlich weiterentwickeln.

Mehr über das ausgezeichnete Projekt erfahren Sie in der Dezember-Ausgabe von Altenheim.