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Resilienz in der Pflege stärken: Handlungsleitfaden veröffentlicht

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU) will die Prävention psychischer Erkrankungen bei Beschäftigten in der Langzeitpflege stärken.

Judith Gerlach - Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention
Judith Gerlach fördert Resilienzprojekte in der Pflege. Der Handlungsleitfaden des vom StMGP geförderten MUTASPIR-Projekts gibt konkrete Tipps zur Resilienzstärkung für den Berufsalltag. Foto: Anne Hufnagl/StMD

„Menschen, die in der Langzeitpflege arbeiten, kommen häufig an ihre psychischen Grenzen. Das gleiche gilt auch für die Beschäftigten in den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Deshalb wollen wir die Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten, beim Umgang mit psychischen Belastungen verstärkt unterstützen. Dazu müssen wir auch die Resilienz der Pflegenden stärken“, so Gerlach laut Pressemitteilung am 14. April.

18 Millionen Euro für Resilienzmaßnahmen

Deshalb unterstütze der Freistaat Resilienzmaßnahmen für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe, um physische und psychische Ressourcen zu verbessern sowie das Wohlbefinden und die Gesundheit der Pflegekräfte zu stärken. Für die Maßnahmen stellt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) laut Mitteilung knapp 18 Millionen Euro zur Verfügung. Das sei ein wichtiger Schritt, um psychischen Erkrankungen bei stark belasteten Beschäftigten in der Langzeitpflege und Eingliederungshilfe vorzubeugen, so die Ministerin weiter.

Programm MUTASPIR gibt konkrete Tipps

Konkrete Tipps für den Berufsalltag gebe das vom bayerischen Pflegeministerium geförderte Programm MUTASPIR (Mitarbeiterorientierung, Unternehmenskultur, Top-down und Bottom-up, Angebote zur Ressourcen-Mobilisierung, Spiritual Leadership, Patientenzufriedenheit, Implementierung, Religions- und Kultursensibilität). Dabei gehe es darum, Pflegenden aufzuzeigen, anhand welcher Techniken sie im Arbeitsalltag bei stressigen und belastenden Situationen zur Ruhe kommen und den Stress im eigenen Körper auffangen können, um wieder Kraft für ihre Tätigkeit mit und für pflegebedürftige Menschen zu schöpfen.

Ziel des Forschungsprojektes der Hochschule für Philosophie München (HFPH) sei es, darzustellen, wie sich die sogenannte „Spiritual Care“ positiv auf die physische und psychische Gesundheit sowie die Stressreduktion auswirkt und wie damit chronischen Erkrankungen, wie Depression oder Traumafolgestörungen, vorgebeugt und kritische Ereignisse aus dem Berufsalltag besser verarbeitet werden können. „Spiritual Care“ beziehe sich in diesem Zusammenhang auf die Achtsamkeit für die eigenen Bedürfnisse.

Handlungsleitfaden veröffentlicht

Die HFPH hat laut Presseinformation mit Unterstützung des StMGP zum Abschluss des MUTASPIR-Projekts einen Handlungsleitfaden veröffentlicht. Dieser gebe den Beschäftigten in der Langzeitpflege und Eingliederungshilfe konkrete Tipps, Werkzeuge und Anregungen, wie religionsunabhängige Spiritualität und Achtsamkeit für den eigenen Körper in den Alltag der Gesundheits- und Pflegeberufe integriert werden können. Die HFPH hat das Programm MUTASPIR in Kooperation mit der Professur für Spiritual Care und psychosomatische Gesundheit an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München durchgeführt, heißt es in der Meldung weiter.

Passend dazu: Eine Befragung hat ergeben, dass vor allem die unter 30-Jährigen häufiger über einen Ausstieg aus dem Pflegeberuf nachdenken. Sie wollen die Arbeitsbedingungen nicht akzeptieren.