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Qualitätsstandards absenken und Ansprüche reduzieren?
Die Caritas im Bistum Münster warnt vor zunehmenden Versorgungsengpässen bei Gesundheits- und Sozialdiensten.
Gerade bei jungen, bei pflegebedürftigen und kranken Menschen sowie bei Menschen mit besonderen Bedürfnissen könne die Versorgung trotz gesetzlichem Anspruch nicht oder nur eingeschränkt gewährleistet werden, sagte der Münsteraner Diözesancaritasdirektor Dominique Hopfenzitz bei der Podiumsdiskussion „Caritas am Ring“ am 17. Juni in Münster. Er verwies auf fehlende Pflegekräfte bei gleichzeitig steigendem Bedarf an Pflegeplätzen.
„Der Staat kann keine Versorgungssicherheit garantieren“, das sei unmöglich, sagte Nordrhein-Westfalens Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) in der anschließenden Diskussion . In NRW arbeiteten 250.000 examinierte Pflegekräfte, die Zahl der Pflegeschüler sei mit 17.300 auf dem höchsten Stand. „Trotzdem reicht es nicht“, so der Minister. Nötig sei der Aufbau von Assistenzkräften und ein anderer Personalmix, um eine vertretbare Qualität zu erhalten. I
Georg Lunemann, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe warb für einen veränderten Fachkräftemix in den sozialen Diensten und verwies auf bundesweit 2,9 Millionen junge Menschen ohne Berufsausbildung, denen man den Einstieg ins Berufsleben erleichtern müsse. .
Deutlich mehr Personal werde es auf Dauer nicht geben, warnte hingegen Thomas Schlickum, Vorstand des Caritasverbandes für die Stadt Münster mit Blick auf den Arbeitsmarkt und den demographischen Wandel. Die Dienste und Einrichtungen der Sozialwirtschaft könnten zukünftig die Leistungsversprechen der Politik gegenüber der Gesellschaft nicht erfüllen. Man müsse sich „ehrlich machen“, Ansprüche reduzieren und auch Qualitätsstandards absenken. Pflegekräfte verbringen heute zu viel Zeit mit Dokumentation“, warnte Schlickum. Er warb dafür, dem Personal mehr vertrauen entgegenzubringen. „Die Bürokratie entsteht in den Ministerien“, sagte Schlickum an die Adresse von Sozialminister Laumann. Wir müssen davon wegkommen“, sagte er und bot konkrete Vorschläge zum Abbau von Bürokratie an.
Man habe in vielen Punkten Konsens gehabt, zog Caritasdirektor Hopfenzitz das Fazit. Wichtig sei es nun zu handeln.
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