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Pflegeverband warnt vor Streichung des Altenpflegeabschlusses
Der Bundesverband Ambulante Dienste und stationäre Einrichtungen (bad e.V.) kritisiert die geplante Abschaffung des eigenständigen Altenpflegeabschlusses. Ein Aus für den Altenpflegeabschluss gefährde die Versorgungsqualität pflegebedürftiger Menschen, so der Verband. Die Pflege alter Menschen erfordere ein hohes Maß an Fachwissen, Erfahrung und Haltung.
Der spezialisierte Abschluss zur Altenpflegerin beziehungsweise zum Altenpfleger steht laut dem bad e.V. vor dem Ende. Seit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung im Jahr 2020 würden sich immer weniger Auszubildende für diesen Abschluss entscheiden. Die Bundesregierung plane daher, den Altenpflegeabschluss vollständig aus dem Gesetz zu streichen.
Der Pflegeverband weist darauf hin, dass er bereits bei der Einführung der Generalistik im Jahr 2017 vor einer Verdrängung der spezialisierten Altenpflegeausbildung gewarnt habe. Die Folge sei ein Qualitätsverlust in der Versorgung von Pflegebedürftigen.
bad sieht spezifische Anforderungen der Altenpflege vernachlässigt
Der bad-Bundesvorsitzende Andreas Kern betont laut einer Mitteilung des Verbands, dass die Pflege alter Menschen ein hohes Maß an Fachwissen, Erfahrung und Haltung erfordere. Versorgungssituationen, die typisch für ältere Menschen seien – etwa bei demenziellen Erkrankungen oder beim gleichzeitigen Auftreten mehrerer chronischer Krankheiten –, ließen sich nicht nebenbei erlernen. Gleiches gelte für die Palliativversorgung und die psychosoziale Begleitung. Die generalistische Ausbildung sei von Anfang an darauf ausgerichtet gewesen, einen allgemeinen beziehungsweise primär krankenpflegeorientierten Fokus zu setzen.
Bundesgeschäftsführerin Andrea Kapp kritisiert laut der Verbandsmitteilung strukturelle Nachteile im Bereich der Altenpflege. Bevor Auszubildende vor die Wahl gestellt würden, ob sie sich spezialisieren möchten, müssten gleiche Chancen für die Altenpflege geschaffen werden. Derzeit gebe die Systematik der generalistischen Pflegeausbildung einseitige Anreize zuungunsten der Spezialisierung. Interessierte Auszubildende gingen der Altenpflege verloren, weil die Krankenpflege mit attraktiveren Rahmenbedingungen werbe.
Verband befürchtet Verschärfung des Fachkräftemangels
Die drohende Streichung der Altenpflege-Ausbildung könnte nach Einschätzung von Andreas Kern ernsthafte Folgen haben. Die Altenpflege leide bereits heute unter Fachkräftemangel. Es müsse sichergestellt werden, dass nicht nur genügend Personen eine Fachkraftausbildung in der Pflege beginnen, sondern dass die Auszubildenden auch in ausreichender Anzahl in der Altenpflege tätig werden. Eine Vernachlässigung der speziellen altenpflegerischen Aspekte bei der Ausbildung sei das falsche Signal. Dies gefährde sowohl die Versorgungsqualität als auch die berufliche Identität und Motivation der Beschäftigten, die aus Überzeugung in der Altenpflege tätig werden wollten.
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