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Pflegeheim-Atlas 2025: Ambulantes Seniorenwohnen gewinnt an Bedeutung

Immer mehr ältere Menschen möchten selbstbestimmt leben, auch wenn sie Unterstützung brauchen. Ambulantes Seniorenwohnen entwickelt sich laut Pflegeheim-Atlas Deutschland 2025 von Wüest Partner zu einer zentralen Ergänzung der stationären Pflegeversorgung. Ergänzende Analysen von TERRANUS und KDA/BfS bestätigen den Trend bei stark auseinanderdriftenden Mieten.

Wer nur auf Renteneinkommen angewiesen ist, kann sich die Kosten für betreutes Wohnen oft nicht leisten, schreiben KDA und BfS in ihrer Studie "Betreutes Seniorenwohnen 2022". Foto: Adobe Stock/Stockphotodirectors

Ergänzende Analysen von TERRANUS und KDA/BfS bestätigen den Trend bei stark auseinanderdriftenden Mieten.

Die Entscheidung für einen Umzug in eine betreute Wohnform fällt Senioren zunehmend schwerer und wird immer wieder aufgeschoben. Die KDA/BfS-Studie „Betreutes Seniorenwohnen 2022“ zeigt, dass über die Hälfte der Bewohner 80 Jahre oder älter ist, mehr als ein Zehntel sogar über 90 Jahre.

Neben emotionalen Gründen spielt die Mietbelastung eine entscheidende Rolle: Wer nur auf Renteneinkommen angewiesen ist, kann sich die Kosten für betreutes Wohnen oft nicht leisten. Sozialhilfeträger unterstützen nicht geförderte Wohnformen bislang nicht, wodurch ein großer Teil der Senioren von diesen Angeboten ausgeschlossen bleibt.

Erhebliche regionale Unterschiede

Die durchschnittlichen Kaltmieten betragen in städtischen Regionen 10,47 Euro pro Quadratmeter, in ländlichen Regionen 8,60 Euro. Sehr hochpreisige Angebote von über 20 Euro pro Quadratmeter kommen fast ausschließlich in Städten vor. Abhängig von Ausstattung und Service liegen die Mieten im betreuten Wohnen zwischen 10 und 50 Prozent über den Vergleichsmieten.

Dortmunder Fallstudie zeigt Marktdynamik

Eine TERRANUS-Fallstudie am Beispiel Dortmunds untersuchte 22 Anlagen für betreutes Wohnen. Im Durchschnitt liegen die Kaltmieten 36 Prozent über dem örtlichen Mietspiegel. Besonders teuer sind Gebäude aus den Jahren 1995 bis 2009 mit einem Aufschlag von 46 Prozent, während neuere Anlagen aus den Jahren 2015 bis 2019 mit 27 Prozent moderater kalkuliert sind.

68 Prozent der untersuchten Anlagen werden von freigemeinnützigen Trägern betrieben, von denen jedoch nur vier gleichzeitig Eigentümer der Immobilien sind. In der Hälfte aller Fälle vermieten private Eigentümer die Objekte an gemeinnützige Betreiber.

Investitionsumfeld mit Potenzial

„Betreutes Wohnen ist längst kein Nischenthema mehr“, sagt Anja Sakwe Nakonji, Geschäftsführerin der TERRANUS GmbH. „Der Markt wächst rasant, doch die Schere zwischen Mieten und Kaufkraft geht weiter auf. Nur wenn Projekte bezahlbar bleiben, profitieren Bewohner, Betreiber und Investoren gleichermaßen.“

Thomas Lehmann, Director bei Wüest Partner, betont: „Wir müssen nicht nur mehr, sondern vor allem bezahlbare Wohnungen für ältere Menschen schaffen. Am besten dort, wo die soziale Infrastruktur stimmt.“