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Pflege-Analyse: Vier Bewerber je offener Stelle bundesweit
Auf eine offene Pflegestelle kommen in Deutschland im Bundesschnitt rund vier aktive Bewerber:innen. Das zeigt eine Auswertung der Jobplattform Pflegia für alle 16 Bundesländer und die 15 größten Städte. Regional schwankt der Wert erheblich – von unter drei Bewerber:innen in Schleswig-Holstein bis über neun in Duisburg.
Grundlage der am 24. August 2026 veröffentlichten Analyse ist der sogenannte Kandidaten-Stellen-Quotient (KSQ). Er setzt die Zahl aktiver, registrierter Pflegekräfte mit mindestens einer Bewerbung ins Verhältnis zu den ausgeschriebenen offenen Stellen. Bundesweit liegt der Wert nach Angaben von Pflegia bei 4,2. Ausgewertet wurden Daten von 346.788 registrierten Pflegekräften, von denen 139.467 als aktive Bewerber:innen mindestens eine Bewerbung eingereicht haben. Der Erhebungszeitraum reichte vom 15. April 2025 bis zum 15. April 2026.
Größte Auswahl in Schleswig-Holstein
Am niedrigsten fällt der KSQ laut Analyse in Schleswig-Holstein mit 2,9 aus, gefolgt von Brandenburg und Thüringen mit jeweils 3,2. Am höchsten liegt der Wert nach den ausgewiesenen Zahlen in Nordrhein-Westfalen (4,9), im Saarland (4,8) und in Sachsen-Anhalt (4,7).
Engerer Markt in den Großstädten
In den 15 größten Städten kommen im Schnitt 5,6 Bewerber:innen auf eine offene Stelle, bei 5.494 offenen Stellen und 30.567 aktiven Kandidat:innen. Die größte Auswahl haben Bewerber:innen nach Angaben von Pflegia in Köln (3,9), Bremen (4,0) und Berlin (4,3). Am engsten ist der Markt in Duisburg (9,2), Frankfurt am Main (9,1) und München (9,0).
Kritik an pauschalen Aussagen zum Fachkräftemangel
Felix Westphal, Geschäftsführer bei Pflegia, erklärt: „Unsere Analyse zeigt, dass es den einen Pflegearbeitsmarkt in Deutschland nicht gibt. Je nach Region unterscheiden sich Angebot und Nachfrage erheblich.“ Bundesweite Aussagen über den Fachkräftemangel griffen daher oft zu kurz. Wer den Pflegemarkt verstehen und wirksame Maßnahmen entwickeln wolle, müsse die regionalen Unterschiede stärker in den Blick nehmen.
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