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Personalmangel in Pflegeheim – Mitarbeiterin setzt Notruf ab

Weil kurzfristig Personal ausfiel, ist es in einem Altenpflegeheim im osthessischen Kalbach zu einem Gefahrenabwehr-Einsatz gekommen.

Hand wählt Nummer auf Telefon
Eine Leasing-Fachkraft hatte die Leitstelle alarmiert und angegeben, dass sie die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr versorgen könne. Foto: Adobe Stock/ peterschreiber.media

Angesichts eines kurzfristigen Personalausfalls ist es in einem Altenpflegeheim im osthessischen Kalbach zu einem Gefahrenabwehr-Einsatz gekommen. Wie eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Pflege auf Anfrage mitteilte, habe der Ausfall von vier Pflegehilfskräften am 9. Dezember in der Einrichtung nach Darstellung der Geschäftsführerin nicht „vollumfänglich aufgefangen“ werden können. Eine Leasing-Fachkraft habe daraufhin die Leitstelle alarmiert und angegeben, dass sie die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr versorgen könne.

Versorgung zu keinem Zeitpunkt gefährdet

Ein Mitarbeiter der Gefahrenabwehr des Landkreises habe unter anderem auf dem Boden liegendes Essen vorgefunden sowie kaputtes Glas. Nach Darstellung der Geschäftsführung sei die Versorgung der zum Zeitpunkt des Vorfalls anwesenden knapp 50 Bewohnerinnen und Bewohner „zu keiner Zeit in Gefahr gewesen“, erklärte das Landesamt. Zuständig dafür seien am Montagabend zwei Pflegefachkräfte gewesen. Noch vor dem Notruf habe ein Gespräch zwischen Pflegedienstleitung und Mitarbeitenden in der Einrichtung ergeben, dass „alles in Ordnung“ sei.

Belegungsobergrenze von 44 Bewohnern für Einrichtung vereinbart

Die vollstationäre Altenpflegeeinrichtung ist laut Landesamt erst vor einem guten Jahr in Betrieb gegangen und verfügt über 88 Plätze. Angesichts der personellen Situation sei noch am 5. Dezember in einem Gespräch zwischen Betreuungs- und Pflegeaufsicht (BPA) Fulda und der Geschäftsführung vereinbart worden, dass zunächst keine Bewohnerinnen und Bewohner mehr aufgenommen werden dürfen. Dabei sei eine „maximale Ziel-Belegungsobergrenze“ von 44 Bewohnerinnen und Bewohnern vereinbart worden.

Die personelle Besetzung sei mittlerweile in der Einrichtung wieder vollumfänglich gewährleistet, hieß es. Leasingpersonal sei gebucht, sodass gegebenenfalls in den nächsten Tagen sogar eine „Überpersonalisierung“ bestehe. Die BPA Fulda werde die Einrichtung weiterhin engmaschig begleiten. „Die Obere Betreuungs- und Pflegeaufsicht beobachtet immer wieder, dass sich Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen bei geringer personeller Besetzung an die Rettungskräfte wenden“, hieß es in der Mitteilung.

Ähnlicher Fall in Berlin

In diesem Jahr hatte bereits ein ähnlicher Falls aus einem Berliner Pflegeheim für Schlagzeilen gesorgt – Altenheim berichtete. Die Heimaufsicht bezeichnete den Notruf in Berlin später allerdings als eine „Verkettung unglücklicher Umstände“.