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Mitglieder stimmen gegen Pflegeberufekammer

Einen Kracher, nannte eine sichtlich bewegte Patricia Drube das Abstimmungsergebnis: Eine klare Mehrheit der Befragten hat sich gegen den Fortbestand der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein in der jetzigen Form ausgesprochen. Die Beteiligung an der Abstimmung war hoch. In einer aktuellen Pressekonferenz haben die Kammer-Präsidentin Drube und Frank Vilsmeier,  Vizepräsident der Pflegeberufekammer, die Ergebnisse dargestellt. 

Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein
Foto: Pflegeberufkammer S-H Die Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, Patricia Drube.

Von den 23.579 abstimmungsberechtigten Mitgliedern der Pflegeberufekammer haben 17.747 teilgenommen. Von den gültigen abgegebenen Stimmen (17.372) entfielen auf die Auflösung der Kammer  91,77 Prozent (15.942) und auf die Fortführung der Kammer 8,23 Prozent (1.430).

Die Abstimmung zum Fortbestand der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein ist auf der Grundlage des Landtagsbeschlusses vom 11. Dezember 2019 (Drucksache 19/1877) erfolgt. Hierin wird die Kammer gebunden eine Abstimmung durchzuführen mit dem Wortlaut:

Die Abstimmung erfolgt unter Nennung von zwei Abstimmungsmöglichkeiten:
1. Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein wird aufgelöst.
2. Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein wird unter Beibehaltung von Pflichtmitgliedschaften und Pflichtbeiträgen fortgeführt. Die Beiträge müssen für die Finanzierung auskömmlich sein.

„Der Kammervorstand respektiert das eindeutige Votum der Mitglieder der Pflegeberufekammer. Bis zu einer endgültigen Entscheidung des Landtags hat die Kammer ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen “, erklärte die Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, Patricia Drube. „In den vergangenen Jahren sind im Rahmen der Kammerarbeit wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung der Pflege geschaffen worden.“

Vor diesem Hintergrund weist sie darauf hin, dass wichtige pflegepolitische Themen auf der Agenda stehen: Pflexit, Digitalisierung, Vorbehaltsaufgaben, Personalbemessung seien nur einige. “Verbesserungen in der Pflege dürfen jetzt nicht auf sich warten lassen. Wir wissen, dass der Unmut der Pflegefachpersonen mit ihrer Arbeitssituation groß ist. Deshalb fordern wir die Verantwortlichen auf, sich den Problemen in der Pflege umso intensiver zu stellen”, so Patricia Drube.