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Ministerin Drese lobt Wismarer Modellprojekt: Springerpool als Antwort auf Engpässe
Um dem Fachkräftemangel in der Pflege innovativ zu begegnen, setzt ein Pflegeheim in Wismar auf ein flexibles Personalmodell. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) informierte sich im Rahmen ihrer Sommertour über den dort eingesetzten Springerpool. Dieser soll nicht nur die Pflegequalität sichern, sondern auch die Arbeitsbedingungen für das Stammpersonal verbessern. Das Modellprojekt wurde von der Ministerin als zukunftsweisend gelobt.
Im Seniorenpflegeheim St. Martin in Wismar wird derzeit ein neues Konzept zur Personalplanung getestet, das auf einen Springerpool setzt. Vier Pflegekräfte, darunter eine Pflegefachkraft sowie drei Pflegeassistentinnen und -assistenten, sind nicht fest einer Einrichtung zugeordnet, sondern springen flexibel bei personellen Engpässen ein. Gesteuert wird der Pool durch eine eigene Koordinationsstelle, die den Einsatz der Springerinnen und Springer auf acht Diakonie-Standorte in der Region verteilt.
Flexibler Einsatz für stabile Pflege
Sozialministerin Stefanie Drese überzeugte sich am 13. August persönlich von der Umsetzung des Projekts. „Der Fachkräftemangel spielt insbesondere in der Pflege schon jetzt eine große Rolle, auch in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte sie. Um dem steigenden Pflegebedarf zu begegnen, sei es wichtig, neue Wege zu gehen, um Personal zu halten, zu entlasten und das Berufsbild attraktiver zu machen, so Drese laut Pressemitteilung ihres Ministeriums.
Klare Strukturen und bessere Arbeitsbedingungen
Der Springerpool, so Drese, ermögliche genau dies: Die eingesetzten Fachkräfte profitieren von klar geregelten Arbeitszeiten, keiner Mehrarbeit und keinen kurzfristigen Dienständerungen. Zudem steht ihnen ein Dienstwagen zur Verfügung. Gleichzeitig entlaste der Pool das Stammpersonal vor Ort, da Ausfälle durch Krankheit oder Urlaub zuverlässig kompensiert werden können. „Die Stammcrew kann sich sicher sein, dass krankheitsbedingte Ausfälle anderer nicht zur eigenen Mehrbelastung führen“, erklärte die Ministerin.
Vertraute Gesichter statt Zeitarbeitskräfte
Ein weiterer Vorteil sei der vollständige Verzicht auf Zeitarbeitskräfte. Dadurch werde sichergestellt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner stets von vertrautem Personal betreut werden – ein wichtiger Aspekt insbesondere für dementiell Erkrankte. „Das heißt, dass die Pflegebedürftigen stets von den gleichen Personen betreut und umsorgt werden. Also von Personen, die sie, ihre Bedürfnisse und Vorlieben kennen“, so Drese.
Modell mit Vorbildcharakter für ganz Mecklenburg-Vorpommern
Die Ministerin hob hervor, dass viele Pflegekräfte sich bisher aus Sorge vor Überlastung nicht trauten, sich bei Krankheit abzumelden oder ihren Urlaub vollständig zu nehmen. Der Springerpool könne helfen, dieses Problem zu entschärfen. Das Projekt fördere ein besseres Arbeitsklima, eine ausgewogene Work-Life-Balance und stärke die langfristige Bindung qualifizierter Fachkräfte. Drese zeigte sich abschließend beeindruckt: „Das Wismarer Team zeigt eindrucksvoll, wie das funktionieren kann – mit spürbar besseren Arbeitsbedingungen und bei einer gleichzeitig hohen Betreuungsqualität.“ Das Modellprojekt könnte damit auch für andere Pflegeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus Vorbildcharakter haben.
Judith Gerlach, Gesundheits- und Pflegeministerin in Bayern, drängt unterdessen auf eine bundesweite Finanzierung von Springer-Konzepten in Pflegeeinrichtungen.
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