News

Mecklenburg-Vorpommern legt erstmals Strategie für Ehrenamt vor

Mecklenburg-Vorpommern hat erstmals eine landesweite Engagementstrategie erarbeitet. Das Kabinett beschloss das Papier mit dem Titel „Gemeinsam den Wandel gestalten“. Laut Sozialministerin Stefanie Drese soll die Strategie dabei helfen, neue Ehrenamtliche zu gewinnen, Teilhabe zu ermöglichen und die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement zu verbessern.

Die Landesregierung M-V will das freiwillige Engagement im Land stärken. Foto: AdoebStock/ pure-life-pictures

Die Landesregierung will mit einem Maßnahmenkatalog in sieben Handlungsfeldern das freiwillige Engagement im Land stärken. Die Strategie entstand unter Beteiligung dutzender Vereine und Verbände.

Das Kabinett beschloss das Papier mit dem Titel „Gemeinsam den Wandel gestalten“ am Dienstag in Schwerin, wie das Sozialministerium mitteilte.

Die Strategie gliedert sich in sieben Handlungsfelder. Diese umfassen laut Ministerium unter anderem die öffentlichkeitswirksame Ansprache von Interessierten, die professionelle Begleitung bereits Engagierter, eine angepasste Förderpolitik sowie den Abbau bürokratischer Hürden. Weitere Schwerpunkte liegen demnach auf der Unterstützung von Netzwerken und Kooperationen sowie der Erreichbarkeit des Engagements – sowohl digital als auch vor Ort.

Beteiligungsprozess mit 33 Vereinen und Verbänden

Das Strategiepapier entstand nach Angaben des Ministeriums in einem umfangreichen Beteiligungsprozess. Dabei wurden zivilgesellschaftliche Akteure einbezogen, fachliche Expertise eingeholt und landesspezifische Untersuchungen durchgeführt. Insgesamt 33 Vereine und Verbände hatten die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben.

Ein besonderer Fokus der Strategie liegt laut Drese auf der Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen. Diese sollen ermutigt werden, ihre Strukturen, Kommunikationswege und Beteiligungsformen regelmäßig zu überprüfen. Ziel sei es, neue Engagierte leichter zu gewinnen und bereits Aktive besser an die Organisationen zu binden.

Knapp 40 Prozent der Bevölkerung engagieren sich ehrenamtlich

Hintergrund der Initiative sind wachsende Herausforderungen für das Ehrenamt. Laut Ministerium engagieren sich in Mecklenburg-Vorpommern derzeit knapp 40 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren freiwillig – das entspricht mehreren hunderttausend Menschen. Diese stünden jedoch vor zunehmenden Schwierigkeiten: Der demografische Wandel erschwere die Mitgliedergewinnung, die Formen des Engagements veränderten sich, und rechtliche sowie bürokratische Hürden bestünden fort.

„Damit das Ehrenamt auch in Zukunft stark bleibt, müssen wir als Land die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen und stetig weiter verbessern“, erklärte Ministerin Drese. Die Engagementstrategie solle genau dies leisten.