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Lübeck kündigt Werkleiter der städtischen Seniorenheime fristlos

Die Hansestadt Lübeck hat dem Werkleiter ihrer sieben städtischen Seniorenheime, Gert Wadehn, fristlos gekündigt. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft stimmte der Abberufung auf Antrag von Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) zu. Die Stadt wirft Wadehn gravierende Pflichtversäumnisse beim Brandschutz und in der Unternehmensführung vor.

"Vertrauensverhältnis irreparabel zerstört" - Lübeck trennt sich vom Chef der städtischen Seniorenheime. (Symbolbild) Foto: Adobe Stock/ EKH Pictures

Nach Informationen der Lübecker Nachrichten (LN) sieht die Hansestadt eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses als unzumutbar an. Das geht aus einer nicht-öffentlichen Vorlage hervor, die der Zeitung vorliegt. Wadehn hatte die Leitung der sieben städtischen Heime im Januar 2020 übernommen. Sollte die fristlose Kündigung nicht greifen, soll laut Bericht eine ordentliche Kündigung zu Ende September folgen. Der Hauptausschuss ermächtigte den Bürgermeister zudem, einen Vergleich mit Wadehn abzuschließen.

Sonderprüfung nach Brandbrief des Personalrats

Hinweise auf Mängel im Brandschutz soll es laut LN durch einen Brandbrief des Personalrats der Seniorenheime gegeben haben. Ende Februar beauftragte Sozialsenatorin Pia Steinrücke (SPD) das Rechnungsprüfungsamt mit einer Sonderprüfung. Der im Mai vorgelegte Prüfbericht stellte nach Angaben der Zeitung diverse Mängel bei Brandschutzkonzepten, Verantwortlichkeiten, Meldeanlagen und Dokumentationen fest.

Kein Zusammenhang mit tödlichem Brand

Am 18. Februar war bei einem Feuer im Alten- und Pflegeheim Dornbreite eine 84-jährige Bewohnerin gestorben. Einen Zusammenhang zwischen den festgestellten Brandschutzmängeln und diesem Brand stellt die Stadtverwaltung dem Bericht zufolge ausdrücklich nicht her. Steinrücke sehe sich jedoch über die Lage in den städtischen Heimen unzureichend informiert und das Vertrauensverhältnis als „irreparabel zerstört“ an.

Defizite und blockierte Neubauten

Von den Millionendefiziten der städtischen Seniorenheime und den geplanten Neubauten ist in der nicht-öffentlichen Vorlage laut LN nicht die Rede. Wadehn sei es nicht gelungen, die Kosten der Häuser in den Griff zu bekommen. Erschwerend habe eine Mehrheit in der Bürgerschaft die Pläne der Stadt durchkreuzt, sich vom Heim im Heiligen-Geist-Hospital zu trennen. Wadehns Vorgänger Thomas Müller hatte den Posten bereits nach elf Monaten wieder aufgegeben. Im März trennte sich die Verwaltung zudem einvernehmlich vom Bereichsleiter des Stadtwalds, Hannes Napp.

Stadtverwaltung und Wadehns Lübecker Fachanwalt wollten sich gegenüber der Zeitung nicht äußern. „Zu laufenden Verfahren äußern wir uns grundsätzlich nicht“, zitieren die LN einen Stadtsprecher. „Das gilt ebenso für Inhalte aus nicht-öffentlichen Vorlagen der Verwaltung.“