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Tarifeinigung bei Pflegen & Wohnen Hamburg: 6 Prozent mehr Gehalt bis 2028
Die Gewerkschaft ver.di und Hamburgs größter stationärer Pflegeanbieter haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die Gehälter steigen in zwei Stufen um insgesamt sechs Prozent, hinzu kommen Zulagen für belastende Tätigkeiten und ein zusätzlicher freier Tag für Gewerkschaftsmitglieder. Die Einstiegsgehälter für Pflegefachkräfte klettern damit über die Marke von 4.000 Euro brutto.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Pflegen & Wohnen Hamburg haben sich auf einen neuen Tarifabschluss mit einer Laufzeit von 24 Monaten verständigt. Zum 1. Januar 2027 steigen die tariflichen Gehälter für alle Beschäftigten um 3,9 Prozent, zum 1. Januar 2028 folgt eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent.
Für Beschäftigte in besonders belastenden Arbeitsbereichen wurde zusätzlich eine Zulage von sieben Prozent des Monatsbruttos vereinbart. Diese greift laut ver.di etwa in der Pflege von Menschen mit Demenz, im Wachkoma oder mit dem Korsakow-Syndrom. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich zu beiden Stichtagen um jeweils 60 Euro. Ver.di-Mitglieder erhalten ab 2028 erstmals einen zusätzlichen Tag Arbeitsbefreiung pro Jahr.
Verhandlungsführer und ver.di-Gewerkschaftssekretär Arnold Rekittke bezifferte die künftigen Einstiegsgehälter: Pflegefachkräfte erhalten demnach über 4.000 Euro brutto monatlich, Gesundheits- und Pflegeassistent:innen über 3.600 Euro und angelernte Pflegehilfen gut 3.200 Euro. In Kombination mit einer 38-Stunden-Woche und bis zu 13 Zusatzurlaubstagen bezeichnete Rekittke das Ergebnis als bundesweit herausragenden Tarifvertrag in der stationären Langzeitpflege.
Hilke Stein, ver.di-Landesfachbereichsleiterin für Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft, ordnete den Abschluss vor dem Hintergrund des Pflegeneuordnungsgesetzes ein. Dieses senke aus ihrer Sicht einerseits die Leistungen für Pflegebedürftige ab und beschneide andererseits die künftige Refinanzierung von Lohnsteigerungen. Der Hamburger Abschluss steigere die Attraktivität der Pflegeberufe entgegen dieser bundespolitischen Entwicklung.
Pflegen & Wohnen Hamburg betreibt 14 Einrichtungen mit über 2.000 Beschäftigten und ist nach Angaben der Gewerkschaft mit Abstand der größte stationäre Pflegeanbieter der Hansestadt. Der Betrieb wurde im vergangenen Jahr vom Land Hamburg vom Immobilienkonzern Vonovia zurückgekauft.
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