News

Insolvenzen in der Pflege: Verdi fordert Bundesregierung zum Handeln auf

Angesichts der erneuten Insolvenz eines kommerziellen Pflegeheimbetreibers fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) die Bundesregierung zum Eingreifen auf. Sie solle “dem Treiben profitorientierter Akteure in der Pflege durch klare staatliche Regeln ein Ende setzen, so Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Verdi-Vorständin Sylvia Bühler
Foto: Kay Herschelmann Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler meint, dass "maßloses Profitstreben in der Altenpflege§ zu Zukunftsangst und Verunsicherung führt.

„Verunsicherung und Zukunftsangst – das ist es, wohin maßloses Profitstreben in der Altenpflege führt”, so Bühler in einer aktuellen Pressemitteilung.

Die Convivo-Gruppe ist in den vergangenen Jahren massiv expandiert und hatte etliche neue Pflegeimmobilien geplant, geriet dann aber in finanzielle Schwierigkeiten. „Mit ihrer Strategie der Expansion um jeden Preis sind die Eigentümer von Convivo offensichtlich gegen die Wand gefahren. Den Schaden tragen nun aber vor allem die Beschäftigten und die Menschen, die auf eine funktionierende Pflege angewiesen sind“, kritisierte Bühler.

Sie verwies auf die erst vor zwei Wochen bekanntgewordene Insolvenz des Unternehmens Curata, das bundesweit 40 Pflegeheime und psychiatrische Einrichtungen betreibt. „Die Altenpflege darf kein Spielfeld für reiche Investoren sein. Das Geld der Sozialversicherungen und die Zukunft der Menschen müssen vor Spekulation geschützt werden“, so die Gewerkschafterin. „Die Bundesregierung ist dringend gefordert, dem Treiben profitorientierter Akteure in der Pflege durch klare staatliche Regeln ein Ende zu setzen.“

Mit massiver Kritik reagierte kürzlich auch Alexander Schraml, Vorsitzender des Bundesverband der kommunalen Senioren und Behinderteneinrichtungen (BKSB) auf das Insolvenzverfahren von Curata: Das Unternehmen stehle sich aus der Verantwortung.