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GKV-Spitzenverband: Modellprogramm zur Personalbemessung abgeschlossen

Das Modellprogramm zur Weiterentwicklung der Personalbemessung (PeBeM) in der vollstationären Pflege ist beendet. Der GKV-Spitzenverband hat die Ergebnisse vorgelegt. In zehn Modelleinrichtungen wurde ein neues Personalkonzept entwickelt, erprobt und wissenschaftlich bewertet. Laut Abschlussbericht zeigten sich Verbesserungen bei der Versorgungsqualität, der Lebensqualität der Bewohner und der Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Podiumsdiskussion auf der Abchlussveranstaltung am 21. Januar in Berlin. Von links nach rechts: Dr. Bernadette Klapper (GKV-Spitzenverband), Dr, Antje Schwinger (GKV-Spitzenverband), Claus Bölicke (AWO Bundesverband), Leah Dörr (Pflegekammer NRW) und Dr. Martin Schölkopf (Bundesministerium für Gesundheit). Foto: Susanne El-Nawab

Im Zentrum des Modellprogramms stand die Frage, wie Aufgaben bei veränderter Personalzusammensetzung neu verteilt werden können. Seit Juli 2023 haben vollstationäre Pflegeeinrichtungen gemäß § 113c Absatz 1 SGB XI die Möglichkeit, mehr Personal einzusetzen – insbesondere qualifizierte Assistenzkräfte in Pflege und Betreuung. Mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) ist die Umsetzung allerdings nicht mehr verpflichtend.

Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, betont: „Das entwickelte Personalkonzept ist ein Instrument, mit dem Pflegeeinrichtungen in der vollstationären Pflege den für sie besten Personaleinsatz entwickeln können. Wir hoffen, dass viele Einrichtungen die Ergebnisse als Hilfe nutzen, um für die Praxis eine gute Balance zwischen den Bedarfen der Pflegebedürftigen, den fachlichen Anforderungen und den vorhandenen Pflegekräften zu finden. Dafür stellen wir ein umfangreiches Angebot an Schulungsmaterialien zur Unterstützung bereit.“

Kompetenzmix statt starre Vorgaben

Wesentliche Erkenntnis des Modellprogramms: Nicht allein mehr Personal, sondern vor allem der richtige Personalmix ist entscheidend. Insbesondere Assistenz- und Hilfskräfte spielen eine zentrale Rolle. Prof. Heinz Rothgang (Universität Bremen) betonte, dass Personal- und Organisationsentwicklung Hand in Hand gehen müssen. Die Aufgaben sollten nach Qualifikation und tatsächlicher Kompetenz verteilt werden.

Erste Evaluationen zeigen: In den Modell-Einrichtungen wurden sowohl Versorgungsqualität als auch Mitarbeiterzufriedenheit verbessert. Die Bewohnerinnen und Bewohner berichteten über mehr Zeit und eine stärkere Berücksichtigung ihrer Wünsche. Gleichzeitig sank die Arbeitsbelastung des Personals, Überstunden und Einspringen wurden seltener, das Sicherheitsgefühl stieg.

Komplexe Intervention – flexible Umsetzung

Das Modellprojekt zeigt: Die Einführung des Instruments ist eine komplexe Intervention, die sich nicht in ein starres Schema pressen lässt. Die Einrichtungen benötigen individuelle Lösungen, die sich an ihren eigenen Voraussetzungen orientieren. Jede Einrichtung kann aber jetzt schon einzelnen Schritte eigenverantwortlich und praxisnah angehen und umsetzen.

Arbeitshilfen für die Praxis verfügbar

Vollstationäre Pflegeeinrichtungen können ab sofort auf Schulungsmaterialien und Arbeitshilfen zur Einführung des Personalkonzepts zugreifen. Die Materialien stehen in modularer Form auf der Website des GKV-Spitzenverbandes zur Verfügung. Sie sollen Einrichtungen dabei unterstützen, eine Balance zwischen den Bedarfen der Pflegebedürftigen, den fachlichen Anforderungen und den vorhandenen Pflegekräften zu finden.

Fazit und Ausblick

Das Modellprogramm hat deutlich gemacht: Die Zukunft der Personalbemessung liegt im Zusammenspiel von Qualifikation, Kompetenzentwicklung und flexibler Organisation. Die größte Herausforderung bleibt die Personalgewinnung.

Das Modellprogramm wurde 2021 nach § 8 Absatz 3b SGB XI eingerichtet. Es basiert auf dem Personalbemessungsinstrument der Universität Bremen aus dem Jahr 2020.