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Engere Spielräume zwingen Betreiber zu besserem Management
Die Betreiberlandschaft im Pflegemarkt zeigt nach turbulenten Jahren eine gewisse Beruhigung, bleibt aber weiterhin im Wandel. Betreiber müssen ihr Management weiter professionalisieren, während Investoren verstärkt auf nachhaltige Mieteinnahmen achten sollten – dazu rät die Geschäftsführung von Terranus. Demografischer Wandel und Fachkräftemangel stellen die Branche vor große Aufgaben und eröffnen zugleich Chancen für innovative Wohn- und Betreuungskonzepte.
Nach einer Welle von Insolvenzen in den letzten Jahren hat sich der Markt laut Markus Bienentreu vom Beratungsunternehmen Terranus inzwischen beruhigt. Gleichwohl könnten weitere Betreiber betroffen sein, denn Insolvenzverfahren werden weiterhin als Instrument zur Portfoliobereinigung genutzt. Ursachen sind laut Anja Sakwe Nakonji, ebenfalls Terranus, vielfältig: Neben verzögerten Anpassungen der Pflegesätze und verspäteten Zahlungen durch Sozialämter belasten teure Sanierungsprojekte und schlecht laufende Einrichtungen die Unternehmen. Überhastete Expansion nach Betriebsübernahmen kann Betreiber ebenfalls in Schwierigkeiten bringen.
Anforderungen an Betreiber und Investoren
Für die Betreiber sind finanzielle und personelle Spielräume enger geworden. „Das Auffangen unternehmerischer Risiken ist heute anspruchsvoll und häufig mit nicht refinanzierten Kosten verbunden“, so Sakwe Nakonji. Neben den Pflegeprozessen sind Recruiting, Personalplanung und Forderungsmanagement entscheidend. Investoren sollten Betriebsentwicklungen genau beobachten und bei Betreiberwechseln auf Warnsignale achten, etwa gleiche Geschäftssitze oder Personenidentitäten zwischen Gesellschaften. „Nehmen Sie nicht den Betreiber, der die höchste Miete bietet, sondern den, der eine tatsächlich erwirtschaftbare Miete bietet“, rät Bienentreu.
Zukunftsperspektiven: Wachstum, Fachkräfte und Digitalisierung
Bis 2050 werden rund 200.000 zusätzliche Pflegeplätze benötigt. Laut Bienentreu gewinnen ambulante Wohnformen und modulare Bauweisen an Bedeutung. Die größte Herausforderung bleibt jedoch der Fachkräftemangel. Sakwe Nakonji sieht in der Digitalisierung, insbesondere KI-gestützten Dokumentationssystemen, ein großes Potenzial: „Mit Hilfe der Digitalisierung können Überstunden abgebaut und der Personaleinsatz neu kalkuliert werden.“ Voraussetzung dafür sei allerdings die Anpassung der politischen Rahmenbedingungen.
Zum vollständigen Interview mit den beiden Geschäftsführungen von Terranus geht es hier.
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