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Energieeffizienz steht auf Agenda ganz oben
Haustechnik, Energie, Bauen und Ausstatten: Das sind die Themen auf der ALTENPFLEGE 2024 vom 23. bis 25. April in Essen in der Halle Raum & Technik. Doch was sind die Trends und Herausforderungen in diesem Jahr? Und welchen Stellenwert hat die nachhaltige Immobilie? Ein Experte gibt Antworten.
„Der Haupttrend, der bereits das vergangene Jahr geprägt hat, bleibt: Es wird weniger gebaut. Dafür sorgen die vorerst anhaltenden wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen: Baukosten und Zinsen sind stark gestiegen bzw. steigen weiter, die baulichen Anforderungen an Pflegeimmobilien ebenfalls“, sagt Terranus-Geschäftsführer Markus Bienentreu, der Investoren und Betreiber von Pflegeimmobilien seit über 25 Jahren berät. Zugleich werde die Refinanzierung immer schwieriger, weil in den meisten Bundesländern die Investitionsfolgekosten nicht mit den Aufwands- und Kostensteigerungen Schritt hielten. Dies spiegele sich in einer immer höheren Zahl an zum Verkauf stehenden Projektentwicklungen im Markt wider, so Bienentreu.
Diese Rahmenbedingungen würden auf absehbare Zeit so bleiben. Erst ein Abschwächen der Inflation und die darauffolgende Zinswende dürften für eine Entspannung und wieder eine leichte Zunahme von Neubauten sorgen. Entsprechend hätten viele Projektentwickler Ihre Projekte auf „on-hold“-gestellt und warten darauf, dass sich die Rahmenbedingungen wieder bessern.
Digitalisierung bei Gebäudetechnik im Fokus
Darüber hinaus steigen die Anforderungen an die technische Gebäudeausrüstung. Denn moderne Pflegeimmobilien müssen anschlussfähig sein an die fortschreitende Digitalisierung. Dies beginne bei der nötigen Infrastruktur für schnelles Internet – für viele Hochbetagte gehöre die Nutzung von Smartphones, Tablets und Internet mittlerweile zum Alltag, weiß Bienentreu. Aber vor allem gelte dies auch im Hinblick auf technische Assistenz- und Unterstützungssysteme, ohne die wir in Zukunft nicht auskommen würden. Bienentreu: „Damit solche Systeme eingesetzt werden können, muss schon jetzt die nötige Infrastruktur mitgedacht und verbaut werden – mit entsprechenden Ausbaureserven. Auch wenn vieles über WLAN funktioniert, müssen genügend Anschlüsse und Leitungskapazitäten eingeplant werden.“ Denn eine Nachrüstung sei in der Regel aufwändig und teuer.
Energieeffizienz und ESG immer wichtiger
„Das zweite bestimmende Thema ist Nachhaltigkeit. So stehen Energieeffizienz und ESG bei allen größeren Investoren ganz oben auf der Agenda. Gerade bei einer Pflegeimmobilie, die 24/7 von einer sehr betreuungsbedürftigen Klientel genutzt wird, ist der Energieverbrauch hoch – und entsprechend auch der bauliche Handlungs- oder Vorsorgebedarf“, so der Terranus-Geschäftsführer. Das bedeute: Eine gedämmte Gebäudehülle nach den modernsten Standards in Verbindung mit einer effizienten Heizungsanlage sei für Neubauten Standard. In vielen Fällen könne auch die Planung einer PV- oder Solarthermie-Anlage sinnvoll sein.
Um die Nachhaltigkeit mess- und vergleichbar zu machen, würden Qualitätssiegel wie z.B. das QNG (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) zunehmend wichtiger. Generell würden ESG-Kriterien mehr und mehr Einfluss auf den Immobilienwert nehmen. „Von Eigentümerseite wird es daher zwingend werden, Verbräuche messen und dokumentieren zu können und entsprechende Messsysteme einzubauen“, schließt Bienentreu.
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