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Diakonische Konferenz beschließt Frauenquote für Führungspositionen

In den Führungsgremien des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung (EWDE) sollen künftig zur Hälfte Frauen sitzen. Die Konferenz Diakonie und Entwicklung beschloss am Donnerstag in Berlin, dass so lange Frauen in Führungsgremien aufrücken sollen, bis ein Mindestfrauenanteil von 50 Prozent erreicht ist. Die Konferenz ist das höchste Beschlussorgan der Diakonie sowie der evangelischen Hilfswerke „Brot für die Welt“ und Diakonie Katastrophenhilfe.

Vorständin des evangelischen Wohlfahrtverbandes Diakonie, Maria Loheide
Foto: Ostkreuz/Thomas Meyer Diakonie-Vorständin Maria Loheide sagte: „Wir brauchen dringend eine verbindliche Regelung, weil der Frauenanteil zuletzt in einigen Gremien sogar zurückgegangen ist.“

Diakonie-Vorständin Maria Loheide sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), langfristig liefen die Regelungen auf eine 50-Prozent Quote hinaus. Es seien zunächst einige Übergangsregelungen für die laufende Amtsperiode der Gremien beschlossen worden, damit Frauen bei Nachbesetzungen zum Zuge kommen. Über eine verbindliche Quote werde dann in zwei Jahren entschieden. Loheide betonte: „Wir brauchen dringend eine verbindliche Regelung, weil der Frauenanteil zuletzt in einigen Gremien sogar zurückgegangen ist.“

Scheidet innerhalb der Amtsperiode ein Mitglied eines Aufsichtsrats oder anderen Gremiums aus, soll so lange kein Mann berufen werden, bis ein Frauenanteil von 50 Prozent erreicht ist. Gelingt dies nicht, bleibt der Platz bis zur nächsten regulären Wahl unbesetzt. Bei Wahlen zu Führungspositionen soll dafür gesorgt werden, dass sich genauso viele Frauen zur Abstimmung stellen wie Männer. Loheide sagte, auch in der Diakonie würden immer noch viele Posten von Männern an Männer vergeben. Frauen müssten anders angesprochen und motiviert werden, sich für einflussreiche Stellen zu bewerben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei nur ein Grund für den geringeren Anteil von Frauen in Führungspositionen.

Die 50-Prozent-Quote gilt für die Bundesebene der Diakonie, von „Brot für die Welt“ und der Diakonie Katastrophenhilfe. Die Delegierten beschlossen zudem eine Empfehlung für entsprechende Quotenregelungen in den Landes- und Fachverbänden der Diakonie.

Nach eigenen Angaben liegt der Anteil von Frauen in Führungsgremien in dem evangelischen Wohlfahrtsverband zwischen einem Viertel und einem Drittel, während in den Einrichtungen zu 77 Prozent Frauen arbeiten. In Vorständen und Geschäftsführungen sitzen 31 Prozent Frauen, Vorsitzende dieser Gremien sind nur zu 25 Prozent weiblich. Der durchschnittliche Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten von Einrichtungen der Diakonie beträgt 29 Prozent.