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Care Up Now: Was sich der Pflegenachwuchs wirklich wünscht
Junge Menschen in der Altenpflege wollen mehr Verantwortung übernehmen, mitgestalten und ernst genommen werden. Das wurde beim Event „Care Up Now“, das am 24. und 25. März im ElbHof in der Hamburger HafenCity stattfand, deutlich. Rund zwei Tage lang tauschten sich Auszubildende, Pflegekräfte und Nachwuchsführungskräfte über ihre Erfahrungen aus und entwickelten konkrete Ideen für Veränderungen im Arbeitsalltag.
Von Olga Sophie Ennulat
Initiiert wurde das Format von Sarah Liedtke (Trainerin und Moderatorin für Generationen in der Pflege) und Tanja Ehret (Gründerin von CareTRIALOG) gemeinsam mit Katja Lohmann (Geschäftsführerin Pflegen & Wohnen Hamburg). Ihr Ansatz: kein klassischer Kongress, sondern eine Bewegung, die auf Beteiligung, Austausch und Selbstwirksamkeit setzt. „Empowerment statt PowerPoint“ lautet das Motto.
Ziel ist es, jungen Stimmen in der Pflege mehr Raum zu geben und sie aktiv in die Weiterentwicklung des Berufs einzubinden – rund 35 junge Menschen aus ganz Deutschland und von unterschiedlichen Trägern kamen dafür nach Hamburg.
Im sogenannten „Care Campus“ arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen an Themen aus ihrem Berufsalltag und brachten ihre Perspektiven aktiv ein. Deutlich wurde dabei vor allem ihr Wunsch nach mehr Einbindung, Entwicklungsmöglichkeiten und gegenseitiger Wertschätzung im Team. Eine angehende Fachkraft formulierte es so: „Wenn ich immer nur Handläufe desinfiziere oder Essen verteile, lerne ich nichts. Ich möchte bei der Versorgung komplexer Wunden dabei sein oder lernen, wie man eine Pflegeplanung schreibt.“
Neben dem Austausch standen auch Impulse externer Referierender auf dem Programm. Pflege-Influencerin Julia Förster sprach offen über Gewalt in der Pflege und ihre persönlichen Erfahrungen. Ihr Appell: Betroffene sollten sich frühzeitig Unterstützung im Team holen und klare Grenzen setzen. Ergänzt wurde das Thema durch Christian Benz, ehemaliger Polizist, Kickbox-Weltmeister und Geschäftsführer der SicherMensch Academy. Er betonte die Bedeutung von Kommunikation und Führung: „Mit Schweigen erreicht man gar nichts. Führungskräfte müssen Bescheid wissen, damit sich etwas ändert.“ Gleichzeitig vermittelte er praxisnahe Techniken zur Deeskalation und zum Selbstschutz.
Ein zentrales Ergebnis des Events: Die Teilnehmenden entwickelten gemeinsam ein Spiel mit sogenannten „Challenge-Karten“. Diese enthalten konkrete Maßnahmen, die sich innerhalb von 72 Stunden im eigenen Team umsetzen lassen – ohne zusätzliche Ressourcen. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit zu stärken und Veränderungen direkt anzustoßen.
Das Konzept kam an: Die Mischung aus Austausch, kreativer Zusammenarbeit und kurzen Impulsen schuf Raum für offene Gespräche und neue Perspektiven.
Wer die Impulse aus Care Up Now weiterdenken und konkret für die eigene Einrichtung nutzen möchte, kann sich für die Wohnzimmer-Gespräche am 21. Mai 2026 in Hannover anmelden – ein Format speziell für Einrichtungsleitungen, das sich praxisnah mit Mitarbeiterbindung und moderner Führung auseinandersetzt. Mehr Infos und alles zur Anmeldung gibt es hier.
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