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Betrugsvorwürfe bei der Münchenstift: Mitarbeitende sollen Rufbereitschaften erfunden haben

Mehrere Mitarbeitende sollen seit 2020 die Münchenstift, die gemeinnützige Gesellschaft der Stadt München, betrogen haben. Sie sollen Rufbereitschaft-Einsätze erfunden und so einen hohen finanziellen Schaden verursacht haben.

Ein Bild aus alten Zeiten: Renate Binder (links) bei der Vertragsunterzeichnung mit Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzenden der Münchenstift, Verena Dietl, sowie dem damaligen Geschäftsführer Siegfried Benker. Foto: Münchenstift

Zuerst hatte die Münchner „tz“ darüber berichtet. Laut Beitrag geht das Revisionsamt von Abrechnungsbetrug im Wert von rund 300.000 Euro aus. Die „tz“ beruft sich in ihrem Artikel auf das Revisionsamt der Stadt München. Demnach sollen Münchenstift-Mitarbeiter seit 2020 in 195 Fällen Einsätze von Rufbereitschaft erfunden haben. Laut Behörde sollen sie die gut dotierten Einsätze aufgeschrieben haben, doch diese habe es nie gegeben. Auf Nachfrage der Redaktion Altenheim teilte eine Sprecherin der Münchenstift in einer schriftlichen Stellungnahme mit: „Es ist richtig, dass das Revisionsamt der Stadt München Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Rufbereitschafts-Zeiten überprüft hat. Es handelt sich bei der von Ihnen erwähnten Summe um eine auf vier Jahre überschlagene Zahl, die wir so nach derzeitigem Kenntnisstand nicht bestätigen können.“

Der Fall soll laut „tz“ auch zur Entlassung der neuen Geschäftsführerin Renate Binder geführt haben. Sie habe die Verdachtsfälle nicht konsequent verfolgt, so die Betriebsräte laut Artikel. In dem Beitrag wird Binder zitiert, die die Vorwürfe von sich weist. Ein Insinder belastet laut „tz“ auch Binders Vorgänger Siegfried Benker schwer. Auf Nachfrage von Altenheim, inwiefern Renate Binder und auch ihr Vorgänger Siegfried Benker den Verdachtsfällen nicht genügend nachgegangen sind, schrieb die Sprecherin der Münchenstift: „Die Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Rufbereitschafts-Zeiten tauchten Ende 2023 auf. Selbstverständlich kümmert sich die MÜNCHENSTIFT GmbH seitdem um die Aufklärung.“

Wie die Sprecherin gegenüber Altenheim mitteilte, wurden bereits erste personelle Konsequenzen gezogen. Davon seien mehrere Mitarbeitende in unterschiedlichen Positionen betroffen. „Der MÜNCHENSTIFT GmbH ist an einer restlosen Klärung der Angelegenheit gelegen. Sie wird auch in Zukunft alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Zu diesen erforderlichen Maßnahmen können neben personalrechtlichen Konsequenzen (Abmahnungen, Kündigungen) auch Regressforderungen gehören“, so die Sprecherin.