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Awo Saarland schließt Seniorenzentrum und zwei ambulante Pflegedienste

Die Awo Saarland muss den Betrieb von ambulanten Pflegediensten an zwei Standorten sowie des Seniorenzentrums Elversberg einstellen.

Versorgungsangebote der Altenhilfe an drei Standorten muss die Awo Saarland schließen. Foto: Adobe Stock/ Friedberg

Gründe für die Schließungen an den drei Standorten seien eine schlechte Finanzierungsstruktur durch die Kostenträger und der Fachkräftemangel in der ambulanten Pflege sowie ein enormer baulicher Sanierungsbedarf in Elversberg, teilt die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Saarland auf ihrer Webseite mit.

Auch Investitionen in Millionenhöhe konnten Heim nicht retten

Die Awo Saarland wird demnach das Seniorenzentrum in Elversberg zum Ende November 2024 schließen. Trotz der weit über 10 Millionen Euro Investitionen in den vergangenen Jahren am Standort sei eine Schließung unvermeidlich. Der Investitionsbedarf für eine Sanierung oder die Kosten eines Neubaus würden sich laut Awo auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. Ein kostendeckender Weiterbetrieb am Standort Elversberg scheitere daran. Zudem seien aufgrund der Baukostenentwicklung und des bestehenden Fachkräftemangels mit einem Neubau erhebliche wirtschaftliche Risiken verbunden, die von einem gemeinnützigen Träger in dieser Höhe nicht getragen werden könnten.

Fehlende Pflegereform verschärft die Lage

Zudem stellt die Awo nach eigenen Angaben bis Jahresende die ambulanten Pflegedienste Nord-Saar und Süd-Saar ein. Die derzeitige Lage und eine anhaltende negative Fortführungsprognose machten eine wirtschaftliche Betriebsführung unmöglich, heißt es. Zuvor seien nach der langjährigen Übernahme von defizitären Jahresergebnissen mehrfach Alternativen intensiv geprüft worden. Die bundespolitische Absage der Pflegereform in der laufenden Legislaturperiode verschärfe die Lage für alle ambulanten Pflegeanbieter im Pflegesektor, dies zeige auch die Vielzahl an Schließungen von ambulanten Pflegediensten in den Jahren nach der Pandemie. Die ambulante Pflege brauche dringend ein neues Abrechnungs- und Bewertungssystem und wirtschaftlich solide Rahmenbedingungen, so die Awo-Landesgeschäftsführer Andreas Jodko und Jürgen Nieser. Für die rund 300 betroffenen Kunden werde nun nach alternativen Pflegediensten gesucht.

Teams zur Betreuung von Kundschaft und Mitarbeitenden eingerichtet

Die Konsolidierungsmaßnahmen, die Landesvorstand und Geschäftsführung sehr schwergefallen seien, sorgten dafür, dass die Awo als Ganzes wirtschaftlich stabil bleibe. Die Awo Saarland hat nach eigenen Angaben Teams zur Kunden- und Mitarbeiterbetreuung eingerichtet, um Fragen zur Schließung der ambulanten Pflegedienste und des Seniorenzentrums in Elversberg zu beantworten. Den betroffenen Beschäftigten sollen neue Jobs in der Awo Saarland, den Kund:innen umfangreiche Beratung und gegebenenfalls Umzüge in benachbarte Awo-Einrichtungen angeboten werden.