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Ausbildungslotsen sollen Abbrüche in der Pflegeausbildung senken

Ein vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlands gestartetes Modellprojekt setzt auf zusätzliche Begleitung von Auszubildenden in der Pflege. Ziel ist es, Ausbildungsabbrüche zu reduzieren und langfristig Fachkräfte zu sichern.

Foto: AdobeStock/HNFOTO

Laut dem Ministerium steigt der Bedarf an Pflegefachkräften durch die wachsende Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen kontinuierlich, während gleichzeitig das bestehende Personal und der Nachwuchs stark belastet sind. Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick zunehmend auf die Stabilisierung der Pflegeausbildung.

Ein zentraler Belastungsfaktor für Auszubildende ist nach Angaben des Ministeriums die anspruchsvolle Verbindung von theoretischem Unterricht und praktischer Arbeit. Hinzu kommen ein hoher Zeitdruck sowie ein dynamisches, häufig stressbelastetes Arbeitsumfeld. Diese Kombination führt bei einem Teil der Auszubildenden zu Überforderung, Unzufriedenheit und in der Folge zu steigenden Abbruchquoten.

Um dem entgegenzuwirken, hat das Ministerium ein Modellprojekt zur Einführung sogenannter Ausbildungslotsen aufgesetzt. Für Personal- und Sachkosten stehen jährlich 980.000 Euro zur Verfügung. Die Ausbildungslotsen begleiten Auszubildende über die gesamte Dauer ihrer Pflegeausbildung. Sie unterstützen bei fachlichen Verständnisproblemen ebenso wie bei persönlichen oder organisatorischen Fragen und sollen helfen, den Übergang von der Theorie in die Praxis zu bewältigen.

Eine weitere Aufgabe der Ausbildungslotsen ist die Rolle als Schnittstelle zwischen Auszubildenden, Pflegeschulen, Praxiseinrichtungen und dem Jobcenter. Den Pflegeschulen wird dabei bewusst Gestaltungsspielraum eingeräumt, um auf standortspezifische Herausforderungen reagieren zu können. Je nach Größe der Ausbildungsgänge kommen ein bis drei Ausbildungslotsen zum Einsatz, die flexibel nach dem individuellen Bedarf der Auszubildenden eingesetzt werden.

Aktuell sind laut Ministerium 17 Ausbildungslotsen an 9 von insgesamt 14 Pflegeschulen tätig. Für das Jahr 2026 ist vorgesehen, weitere Pflegeschulen in das Modellprojekt einzubeziehen. Das Projekt ist zunächst auf die Jahre 2025 und 2026 befristet. Eine Evaluation soll anschließend klären, in welchem Umfang die Ausbildungslotsen zu erfolgreichen Ausbildungsabschlüssen beitragen und ob eine Verstetigung der Maßnahme sinnvoll erscheint.

Erste Rückmeldungen der beteiligten Pflegeschulen deuten laut Ministerium auf einen hohen Unterstützungsbedarf und eine spürbare Entlastung der Auszubildenden hin. Aus Sicht der Fachkräftesicherung verbindet das Projekt kurzfristige Ausbildungsstabilisierung mit einer langfristigen Perspektive für die Pflege.