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Altenhilfe im Jahr 2050: Raum für Ideen jenseits des Alltags

Wie könnte Altenhilfe im Jahr 2050 aussehen, wenn man sie ohne Routinen und Budgetvorgaben neu denkt? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 50 Mitarbeitende der Martin-Luther-Stiftung Hanau in einem Zukunftsworkshop. Einen Tag lang entwickelten sie mit kreativen Methoden Visionen für Pflege, Wohnen und Zusammenarbeit in der Altenhilfe.

Mit kreativen Materialien gemeinsam Zukunftsbilder für die Altenhilfe entwickelt: Workshop in der Martin Luther Stiftung Hanau . Foto: Martin Luther Stiftung Hanau

Unter dem Titel „Grüne Wiese“ kamen Mitarbeitende aus Pflege, Betreuung, Technik, Hauswirtschaft, Verwaltung und Ausbildung zusammen. Sie arbeiteten mit Methoden wie Improvisationstheater, Modellen und Collagen an möglichen Zukunftsbildern der Altenhilfe.

„Das war ein starker Tag“, sagt Thorsten Hitzel, Vorstand der Martin-Luther-Stiftung, laut Pressemitteilung. „Wir wollten bewusst einen Raum schaffen, in dem unsere Mitarbeitenden groß denken dürfen – jenseits des Alltagsdrucks.“ Der Workshop habe gezeigt, wie viel „Zukunftsenergie unsere Teams gemeinsam entwickeln“.

Menschlichkeit, flexible Strukturen und Digitalisierung

In einer Themeninsel beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Zukunftsorten der Pflege. Dabei entstanden Leitgedanken, die sich in vielen Gruppen ähnelten.

„Der Workshop hat gezeigt, wie viel Potenzial in unserer Vielfalt steckt“, berichtet Workshop-Leiterin Marianne Dahinten. Besonders auffällig sei gewesen, dass ähnliche Ideen entstanden: „Menschlichkeit im Zentrum, modulare und anpassbare Wohn- und Versorgungssysteme sowie eine wohlüberlegt eingesetzte Digitalisierung.“

Altenhilfe stärker im Quartier verankern

Eine weitere Gruppe entwickelte die Vision eines offenen Hauses, das eng mit Stadtgesellschaft, Vereinen, Kitas und Schulen verbunden ist. Pflegeeinrichtungen könnten stärker als Orte der Begegnung sichtbar werden.

Gedacht wurde etwa an Räume, die tagsüber für Weiterbildung genutzt und abends für Kurse, Kultur oder Treffen im Quartier geöffnet werden.

Neue Wohnformen und stärkere ambulante Strukturen

Die dritte Themeninsel stellte das Miteinander in den Mittelpunkt. Diskutiert wurden gemeinschaftliche Wohnformen, modulare Unterstützungsangebote und Telemedizin. Auch die Nähe zu Angehörigen und zur vertrauten Nachbarschaft spielte eine wichtige Rolle.

„Die Ideen gingen weit über das klassische Altersheim hinaus und stellten vor allem Wohngemeinschaften, betreutes Wohnen und starke ambulante Strukturen in den Mittelpunkt“, sagt Workshop-Leiter Nicolas Lubnow. Eine Teilnehmerin habe nach dem Improvisationstheater gesagt, sie habe „lange nicht mehr so viel gelacht“.

Die Ergebnisse des Workshops sollen nun in die strategische Weiterentwicklung der Stiftung einfließen. Dabei wurden laut Vorstand Hitzel Themen von Digitalisierung über Nachhaltigkeit bis zur Personalentwicklung mitgedacht.

Über die Martin Luther Stiftung Hanau

Die Martin Luther Stiftung Hanau ist ein diakonischer Träger der Altenhilfe mit Hauptsitz in Hanau und weiteren Häusern in Erlensee, Gelnhausen, Schöneck, Schlüchtern und Bad Salzschlirf. Rund 1.000 Mitarbeitende betreuen etwa 1.300 ältere Menschen – von der ambulanten Pflege über Tages- und Kurzzeitpflege bis zur stationären Betreuung und spezialisierten Demenzpflege. Das Angebot umfasst zudem Betreutes und soziales Wohnen.