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Eigenanteile in München weiter gestiegen – Zahl der Plätze zurückgegangen

Die Eigenanteile in Münchens vollstationären Pflegeeinrichtungen sind erneut deutlich gestiegen. Das geht aus dem 16. Marktbericht Pflege des Sozialreferats hervor, der auf einer jährlichen kommunalen Vollerhebung basiert und mit dem der Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung befasst war. Parallel wuchs der Anteil der Bewohner:innen, die auf Hilfe zur Pflege angewiesen sind, von 37,5 auf 39,3 Prozent, wie die „Rathaus Umschau“, der offizielle Pressedienst der Landeshauptstadt München, berichtet.

"Pflegebedürftigkeit stellt bereits jetzt ein enormes Armutsrisiko dar: Ich hoffe sehr, dass der Bund endlich fundierte Vorschläge zu einer zukunftssicheren Finanzierung der Pflegeversicherung vorlegt", sagt Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) anlässlich der Zahlen aus dem 16. Marktbericht Pflege. Foto: Erol Gurian

Der Eigenanteil im Einzelzimmer lag demnach am Stichtag 15. Dezember 2025 im ersten Jahr des Aufenthalts im Median bei 3.833 Euro und damit rund 240 Euro über dem Vorjahreswert. Das entspricht laut Marktbericht einem Anstieg um 6,7 Prozent. Bürgermeisterin Verena Dietl erklärt: „Die Kosten in der vollstationären Pflege liegen schon jetzt auf einem sehr hohen Niveau und es ist zu befürchten, dass sich dieser Trend fortsetzt.“ Aus den ersten Eckpunkten der Pflegereform des Bundes lasse sich kein anderer Schluss ziehen. In der Folge würden viele Pflegebedürftige eine dringend benötigte vollstationäre Pflege aus Kostengründen noch später in Anspruch nehmen.

Weniger Plätze bei hoher Auslastung

Die kommunale Vollerhebung weist zum Stichtag 7.555 Plätze in 54 Münchner vollstationären Pflegeeinrichtungen aus, 78 weniger als im Vorjahr. Die Auslastung auf den belegbaren Plätzen lag nach Angaben des Sozialreferats bei 96,8 Prozent nach 97,1 Prozent im Jahr 2024. Auch bei den 24 solitären Tagespflegeeinrichtungen kam es mit einem Rückgang um 35 Plätze erstmals seit 2016 zu einem Minus.

Alterung der Belegschaft schreitet voran

Von den 1.865 Pflegefachpersonen in den Münchner Pflegeheimen waren 9,7 Prozent 60 Jahre oder älter, ein Jahr zuvor lag der Wert bei 9,3 Prozent. Der Anteil akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen beträgt laut Erhebung 0,4 Prozent. In der Pflegepraxis arbeiten davon lediglich neun Personen. Die Zahl der Ausbildungsplätze für beruflich Pflegende ging um 1,8 Prozent auf 856 zurück.

Warnung vor Kürzungen für Angehörige

Sozialreferentin Dorothee Schiwy verweist auf rund 22.000 Pflegebedürftige, die in München zuhause von An- und Zugehörigen versorgt werden. Sollten die Rentenversicherungs-Zahlungen für pflegende Angehörige im Rahmen des Pflegeneuordnungsgesetzes gekürzt werden, wäre dies laut Schiwy „ein Schlag ins Gesicht dieser Menschen“. Damit wären sie noch stärker einem Armutsrisiko im Alter ausgesetzt, als sie es jetzt schon seien.

 

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