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emeis baut Führungsspitze um: Vier neue Direktoren im Comité de Direction

Der französische Pflege- und Gesundheitskonzern emeis, hierzulande bekannt durch die ehemalige Orpea-Gruppe, besetzt zentrale Positionen im Direktionskomitee neu. Jean-Marc Boursier wird COO und übernimmt die Länderaufsicht, Sylvie Brisson kommt vom Club Med als Personalchefin. Auch die medizinische und finanzielle Leitung wechseln. Die Umbauten treten zum 1. September beziehungsweise 1. Oktober 2026 in Kraft.

Nach eigener Darstellung sieht sich emeis am Ende einer mehrjährigen Sanierungsphase. Nach mehr als vier Jahren tiefgreifender Transformation habe emeis dank des Engagements der Teams wieder eine tragfähige Entwicklung erreicht. Auf dieser Grundlage passe Generaldirektor Laurent Guillot die Organisation an, um Wachstum zu begleiten und die Qualität der Betreuung von Patient:innen, Bewohner:innen und Leistungsempfänger:innen weiter zu verbessern. Der Umbau ist laut Unternehmensmitteilung Teil des Unternehmensprojekts „emeis 2030″.

Boursier bündelt Länderverantwortung als COO

Zum 1. September 2026 rückt Jean-Marc Boursier, bislang Directeur Général Délégué mit Verantwortung für Finanzen, IT, Einkaufsperformance sowie die Aufsicht über Lateinamerika, Österreich und die Schweiz, als COO der Gruppe auf. Ihm werden die CEOs aller Länder direkt unterstellt, ebenso die Konzerndirektion Gesundheit und Sicherheit. Zusätzlich übernimmt Boursier die Funktion des Directeur Général der Business Unit Frankreich.

Boursier ist erst seit gut zwei Jahren im Konzern. Er kam am 1. September 2024 als Konzern-CFO zu emeis und wurde zum 1. April 2025 zum stellvertretenden Generaldirektor mit erweiterten Zuständigkeiten für Mitteleuropa und Lateinamerika befördert. Zuvor war er CFO und COO des SUEZ-Konzerns.

Neue Personalchefin vom Club Med

Zum 1. Oktober übernimmt Sylvie Brisson die Konzernpersonalleitung. Sie war seit 2011 Personaldirektorin des Club Med und dort zusätzlich für CSR und das Generalsekretariat zuständig, nachdem sie zuvor verschiedene operative HR-Funktionen im Konzern durchlaufen hatte. Ihre Aufgabe sei es, Attraktivität und Engagement der Belegschaft weiterzuentwickeln, um emeis zum Referenzarbeitgeber der Branche zu machen.

Brisson löst Fanny Barbier ab. Barbier verlässt das Unternehmen nach mehr als vier Jahren, in denen sie laut emeis maßgeblich am Wiederaufbau eines Kollektivs im Rahmen des Refondation-Plans mitgewirkt habe. Brisson tritt bereits im September ins Unternehmen ein und übernimmt ihre Funktion offiziell zum 1. Oktober, mit einer Übergangsphase gemeinsam mit Barbier bis Jahresende.

Medizinische Leitung aus Iberia

Ebenfalls zum 1. September wird Maria de la Mota Konzern-Medizindirektorin. Derzeit leitet sie die medizinische Direktion von emeis Iberia (Spanien und Portugal). Ihr Fokus liegt auf personalisierten Behandlungspfaden und der Integration von Innovation in die Versorgungsqualität; ihr unterstellt sind die stellvertretenden medizinischen Direktoren, die Direktion für Infektionsprävention und -kontrolle sowie die wissenschaftliche Koordination.

De la Mota kommt aus dem klinischen Umfeld. Sie stieß im Juli 2023 als Medizindirektorin für Spanien und Portugal zum Konzern und war zuvor am Aufbau der Notaufnahme der Quiron-Kliniken in der Region Madrid beteiligt. Zudem leitete sie mit die Notfallversorgung der Krankenhäuser in North Hampshire und war Notfalldirektorin der Madrider Kliniken.

Clavel übernimmt Finanzressort

Die vierte Personalie betrifft die Finanzen: Julia Clavel, bislang Direktorin für Strategie, Innovation und M&A mit Verantwortung für Irland, Polen und England, wird zum 1. September Konzernfinanzchefin. Ihr Auftrag umfasst die Stärkung der finanziellen Performance, die weitere Optimierung der Kapitalstruktur, den Dialog mit den Finanzmärkten sowie den Ausbau der Finanzfunktion als Partner der operativen Einheiten. Ihr unterstellt werden die Bereiche Controlling und Konsolidierung, Treasury und Finanzierung, Investor Relations und Kapitalmärkte, Steuern sowie M&A. Clavel war im November 2023 in den Konzern eingetreten.

Einordnung: Fortsetzung des Refondation-Plans

Die Neuaufstellung markiert die nächste Etappe der Sanierung des früheren Orpea-Konzerns, der sich seit dem Skandal um Missstände in Pflegeeinrichtungen 2022 tiefgreifend umbaut. emeis beschäftigt nach eigenen Angaben rund 84.600 Fachkräfte, ist in 19 Ländern präsent und deckt fünf Geschäftsfelder ab: Kliniken für psychische Gesundheit, Kliniken für medizinische Versorgung und Rehabilitation, Seniorenheime, ambulante Dienste sowie Servicewohnen. Jährlich betreut das Unternehmen etwa 290.000 Bewohner:innen, Patient:innen und Leistungsempfänger:innen.

Im Juni 2025 wurde emeis zur „société à mission“ und verankerte in seinen Statuten vier Verpflichtungen: einen veränderten Blick auf verletzliche Menschen, die Anerkennung und Attraktivität der Pflegeberufe, die Rolle der Pflege für sozialen Zusammenhalt sowie Innovation für eine ressourcenschonende Versorgung. Der Konzern gehört zu 50,2 Prozent der Caisse des Dépôts, CNP Assurances, MAIF und MACSF Epargne Retraite und ist an der Euronext Paris notiert.

Weitere Informationen zur Führungsstruktur und zum Unternehmensprojekt „emeis 2030″ unter www.emeis.com.