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Pflegebündnis Mittelbaden begrüßt Anerkennung des Deutschen Pflegerats und kritisiert DVLAB-Vorstoß

Das Pflegebündnis Mittelbaden unterstützt die geplante Anerkennung des Deutschen Pflegerats (DPR) als zentrale Vertretung der Pflegeberufe durch das Bundesgesundheitsministerium – und wirft dem DVLAB vor, aus Angst vor Machtverlust eine einheitliche politische Stimme der Profession Pflege zu torpedieren.

Peter Koch
Peter Koch, Vorsitzender des Pflegebündnis Mittelbaden und Mitglied im Beirat für Langzeitpflege im DPR. Foto: Stephan Kaminski

Das Pflegebündnis Mittelbaden begrüßt die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), den Deutschen Pflegerat (DPR) in der Pflegeberufebeteiligungsverordnung als einzige maßgebliche Organisation der Pflegeberufe auf Bundesebene anzuerkennen. Koch sieht damit eine lang geforderte, einheitliche Stimme der Profession Pflege in Politik und Gesellschaft in greifbarer Nähe.

Der DPR vereine Experten und hauptamtliche Fachreferenten aus allen Bereichen der Pflege – von stationärer Langzeitpflege über Akutpflege bis hin zu ambulanter Pflege und Kinderkrankenpflege – und könne die Pflegeberufe in ihrer Gesamtheit vertreten. Zugleich warnt Koch davor, diese „historische Chance“ durch interne Machtkämpfe zu verspielen. Die Profession Pflege und pflegebedürftige Menschen bräuchten jetzt eine starke politische Stimme auf Augenhöhe mit anderen Heilberufen; DPR-Präsidentin Christine Vogler sei dafür bestens geeignet.

Scharfe Kritik übt Koch am Vorstoß des DVLAB, der die Reaktivierung einer BundesAltenhilfeVertretung anstrebt und behauptet, die Langzeitpflege brauche eine eigene, politisch wirksame Stimme. Viele DVLAB-Mitarbeitende seien jedoch – wie auch beim bpa – keine Pflegefachpersonen, maßen sich aber an, für die Profession Pflege zu sprechen. Der DVLAB mobilisiere seit Jahren aus Angst vor Machtverlust gegen die Professionalisierung der Pflege, schreibt er in einem Kommentar für care konkret.

Der Sorge, die stationäre Langzeitpflege sei im DPR nicht vertreten, hält Koch entgegen, dass er selbst seit Oktober Beirat für Langzeitpflege im DPR ist und dort gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten die Belange der Langzeitpflege einbringt. Zudem könne der DVLAB dem DPR jederzeit wieder beitreten und seine Sichtweise dort einbringen.

Koch kritisiert insbesondere die geplante Einbindung von 100 Pflegeeinrichtungen als Fördermitglieder zur Finanzierung hauptamtlicher Fachreferenten durch den DVLAB als „untragbar“ und stellt die behauptete Unabhängigkeit infrage. Aus seiner Sicht vermischt der Verband zudem bewusst Begriffe: Während das BMG sogenannte „maßgebliche Organisationen der Pflegeberufsverbände“ festlegen wolle, gehe es beim DVLAB-Vorstoß um einen Trägerverband, nicht um einen Pflegeberufsverband. Ein eigener Dachverband für die Langzeitpflege würde alle Bemühungen um eine einheitliche politische Vertretung der Pflege konterkarieren. Koch hofft, dass Politik und Gesellschaft den DVLAB-Vorstoß als das erkennen, was er sei: ein „Aufbäumen vor Machtverlust“.