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Katastrophenvorsorge: Caritas kritisiert Lücken in deutscher Resilienzstrategie
Der Deutsche Caritasverband bemängelt die unzureichende Berücksichtigung vulnerabler Gruppen in der Katastrophenvorsorge. Ein aktueller Bericht der Nationalen Plattform Resilienz offenbart strukturelle Defizite bei der Umsetzung der Deutschen Resilienzstrategie.
Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat die Bundesregierung aufgefordert, soziale Einrichtungen besser für Krisensituationen zu wappnen. Anlass ist ein am 28. November 2025 veröffentlichter Bewertungsbericht der Nationalen Plattform Resilienz, der die Umsetzung der Deutschen Resilienzstrategie von 2022 bis 2025 untersucht. Laut dem DCV, der als einer von vier Sprechern das Akteursnetzwerk Zivilgesellschaft in der Plattform vertritt, bleiben zentrale strukturelle Probleme ungelöst.
Oliver Müller, Vorstand für nationale Katastrophenhilfe im Deutschen Caritasverband, räumt zwar Fortschritte ein: Der Ausbau von Warnsystemen und höhere Investitionen in die Katastrophenvorsorge seien positiv zu bewerten. Gleichzeitig müsse Deutschland seine Fähigkeiten zur Krisenprävention und -bewältigung jedoch strukturell und gesellschaftlich ausbauen, so Müller.
Strukturelle Mängel in der Krisenvorbereitung
Der Bericht der Nationalen Plattform Resilienz benennt laut Caritas mehrere gravierende Lücken in der Umsetzung der Strategie. Dazu gehören eine mangelnde Koordination zwischen den föderalen Ebenen sowie das Fehlen einer klaren Führungsverantwortung auf Bundesebene. Zudem kritisiert der Bericht eine unzureichende Messung der Fortschritte und kurzsichtige Finanzierungsmodelle.
Besonders problematisch sieht die Caritas die soziale Dimension von Resilienz. Menschen in vulnerablen Lebenslagen seien von Katastrophen und Krisen überdurchschnittlich stark betroffen, würden aber in den Resilienzmaßnahmen zu wenig berücksichtigt. Der Wohlfahrtsverband fordert daher eine systematische Integration dieser Gruppen in alle Krisen- und Katastrophenmaßnahmen.
Aus der praktischen Arbeit heraus bestätigt die Caritas die Befunde des Berichts. Soziale Dienste benötigten verlässliche Finanzierung, um Notfallstrukturen aufzubauen und Personal entsprechend zu qualifizieren. Zudem müsse Katastrophenvorsorge in die regulären Dienste sozialer Arbeit integriert werden. Diese eigneten sich laut Caritas besonders dafür, die „letzte Meile“ der Bevölkerungsversorgung zu schließen.
Forderung nach verbindlicher Zusammenarbeit
Die Caritas mahnt eine professionellere und verbindlichere Kooperation im Katastrophenfall an. Die Zusammenarbeit zwischen Staat, Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbänden müsse neu ausgestaltet werden. Ohne eine ebenenübergreifende Koordination, ausreichende Ressourcen und ein höheres Tempo könne die Deutsche Resilienzstrategie ihre Wirkung nicht entfalten, heißt es in der Stellungnahme.
Der Wohlfahrtsverband appelliert an die Bundesregierung, die Empfehlungen der Plattform zügig und verbindlich umzusetzen. Dabei müsse die soziale Dimension von Resilienz strukturell verankert werden. Eine Krisen- und Katastrophen-resiliente soziale Infrastruktur sei ein wichtiger Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Resilienz, so die Caritas.
Der Bericht der Nationalen Plattform Resilienz wurde unter Beteiligung von Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Kultur, Bildung, Zivilgesellschaft sowie den Kommunalen Spitzenverbänden erarbeitet.
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