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Studie deckt Mängel bei Krankenhaus- und Pflegeheim-Verpflegung auf
Forschende kritisieren zu wenig pflanzliche Lebensmittel und hohe Umweltbelastung durch das Essensangebot in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Die Mahlzeiten sollen sogar gesundheitsschädlich sein. Die Studie empfiehlt verpflichtende Standards für eine gesunde und umweltfreundliche Ernährung.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen entspricht laut einer neuen Studie nicht den Standards für gesunde Ernährung und belastet zusätzlich die Umwelt. Wie Forschende vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Charité Berlin und der Stanford University im Fachjournal The Lancet Planetary Health berichten, enthält die Verpflegung zu wenig gesunde pflanzliche Lebensmittel und zu viele Weißmehlprodukte, Zucker, Salz und gesättigte Fette.
Unzureichende Nährstoffversorgung und Umweltbelastung
Das internationale Forschungsteam analysierte für die weltweit erste umfassende Untersuchung dieser Art Speisepläne und Einkaufsdaten von zwei Krankenhäusern und drei Pflegeheimen durchschnittlicher Größe in Deutschland. Laut den Forschenden ähnelt die Verpflegung in den untersuchten Einrichtungen vermutlich dem Angebot in vielen Gesundheitseinrichtungen westlicher Länder.
Die Analyse ergab, dass weniger als ein Fünftel der Energiezufuhr aus vollwertigen, pflanzlichen Lebensmitteln stammt. Die Planetary Health Diet empfiehlt hingegen 80 Prozent. Laut den Forschenden führt diese Zusammensetzung zu einer mangelhaften Ernährungsqualität und Nährstoffversorgung.
„In allen untersuchten Einrichtungen enthielten die Mahlzeiten deutlich weniger als die empfohlene Tagesmenge essentieller Nährstoffe wie Folsäure, Kalium und Vitamin B6“, erklärt Lisa Pörtner vom PIK und der Charité. In Pflegeheimen wurde zudem eine unzureichende Eiweißversorgung festgestellt.
Neben den gesundheitlichen Problemen kritisieren die Forschenden auch die Umweltauswirkungen der aktuellen Verpflegung. Tierische Produkte, insbesondere rotes Fleisch und Milchprodukte, tragen laut der Studie maßgeblich zu negativen Umwelteffekten bei, darunter hohe Treibhausgasemissionen und Wasserverschmutzung.
Forderung nach Verbesserungen
Die Studie empfiehlt verpflichtende Standards für eine gesunde und umweltfreundliche Ernährung in Gesundheitseinrichtungen sowie regelmäßige Untersuchungen der Ernährungsqualität und der ökologischen Auswirkungen. Beide Ziele ließen sich durch ähnliche Maßnahmen erreichen: mehr gesunde, pflanzliche Lebensmittel bei gleichzeitiger Reduktion des übermäßigen Verzehrs tierischer Produkte.
„Politik und Gesundheitsversorger müssen die Qualität der Verpflegung dringend priorisieren, klare Standards setzen und die bestehenden Datenlücken schließen“, fordert PIK-Forscherin Pörtner. Die Autorinnen betonen, dass die Verantwortung nicht allein bei den Einrichtungen liegt, die in den letzten Jahren unter zunehmendem finanziellem Druck standen.
Obwohl die deutsche Bundesregierung im vergangenen Jahr eine Ernährungsstrategie veröffentlicht hat, in der auch eine Verbesserung der Verpflegung in Gesundheitseinrichtungen genannt wird, stehen konkrete politische Maßnahmen laut den Forschenden bislang aus.
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