News
Gesundheitsförderung: AOK Bayern erreicht 14.500 Pflegekräfte
Die AOK Bayern hat 2024 nach eigenen Angaben rund 14.500 Beschäftigte in der Pflege mit gezielten Angeboten zur Gesundheitsförderung unterstützt. Insgesamt habe die Krankenkasse 560 Maßnahmen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten durchgeführt.
Der Krankenstand in der Pflege liegt laut AOK Bayern deutlich über dem bayerischen Durchschnitt. Pflegekräfte fielen 2024 an knapp 7,5 Prozent der Arbeitstage aus, während der Krankenstand in Bayern branchenübergreifend bei 5,9 Prozent lag. „Gute und gesunde Arbeitsbedingungen sind daher besonders wichtig, um die Pflegekräfte in ihrem Arbeitsalltag zu entlasten“, sagt Annette Lutz, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Bayern. Die Gesundheitskasse bietet individuell zugeschnittene Programme zur Stärkung von Resilienz, zum Stressmanagement und zur gesunden Gestaltung von Schichtdiensten an.
Pausenbereich löst Alltagsproblem in Lauinger Pflegeheim
Ein konkretes Beispiel für erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung liefert die Elisabethenstiftung in Lauingen an der Donau. Die Einrichtung hat mit Unterstützung der AOK Bayern ein betriebliches Gesundheitsmanagement aufgebaut und dabei ein typisches Problem gelöst: Pflegekräfte konnten bisher keine erholsamen Pausen machen, da sie häufig durch Fragen von Angehörigen und Kollegen unterbrochen wurden.
„Mit Unterstützung der AOK Bayern haben wir ein betriebliches Gesundheitsmanagement aufgebaut – und auch das Pausenproblem gelöst“, soTobias Dippner, BGF-Koordinator in der Elisabethenstiftung. Die Lösung bestand in einem neuen Pausenbereich, der bewusst vom Arbeitsplatz abgetrennt wurde. Dort können die Beschäftigten laut Dippner tatsächlich zur Ruhe kommen.
Zusätzlich führte die Einrichtung ein wöchentliches gemeinsames Frühstück ein, an dem alle Hierarchieebenen von der Pflegehilfskraft bis zur Geschäftsleitung teilnehmen. „Das schafft ein neues wertschätzendes Miteinander“, erklärt Dippner. „Manch Alltagsproblem hat sich so ganz schnell und unkompliziert lösen lassen.“
Der BGF-Koordinator betont die Rolle der Geschäftsführung als Treiber für das betriebliche Gesundheitsmanagement – was in einem von Überlastung und Personalmangel geprägten Arbeitsalltag nicht selbstverständlich sei. Die AOK Bayern habe die Einrichtung „von Anfang an mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung hervorragend begleitet“, so Dippner.
Spezielle Programme für Schichtarbeit und Pausengestaltung
Die AOK Bayern hat laut eigenen Angaben drei spezielle Angebote für Pflegekräfte entwickelt. Das Programm „Pflege in Balance“ soll die eigenen Gesundheitskompetenzen stärken und bietet persönlich angepasste Beratungen durch unabhängige Fachleute sowie Supervision bei der täglichen Pflegearbeit.
Im AOK-Seminar „Fit für die Pflegeschicht“ erhalten Pflegekräfte Informationen und Tipps zu Schlaf, Stress, Bewegung und Ernährung. Das Angebot soll ihnen helfen, mit wechselnden Arbeitszeiten besser zurechtzukommen.
Mit dem Online-Selbstcheck „Wie machen wir Pause?“ können Führungskräfte die Pausengestaltung in ihrer Einrichtung analysieren. Das Tool enthält Fragen zu Kategorien wie Pausenraum oder Organisation der Pause innerhalb des Teams. Die Auswertung soll Verbesserungsbedarf aufzeigen und mit Praxisbeispielen Anregungen für eine gesunde Pausengestaltung liefern.
Die betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Bayern beschränkt sich nicht auf die Pflege. Insgesamt profitierten 2024 laut Krankenkasse rund 490.000 Beschäftigte in knapp 2.300 Unternehmen von den Angeboten im betrieblichen Gesundheitsmanagement.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren