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Deutscher Verein fordert besseren Schutz vor Gewalt gegen ältere Menschen

Gewalt gegen Senioren, einschließlich Missbrauch und Vernachlässigung, ist laut dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge nach wie vor ein unterschätztes Problem. Insbesondere pflegebedürftige Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, seien gefährdet. Der Verein ruft dazu auf, gemeinsam bessere Strukturen zur Prävention und zum Schutz vor Gewalt zu entwickeln.

Krüper
Gewalt gegen Senioren, einschließlich Missbrauch und Vernachlässigung, ist nach wie vor ein unterschätztes Problem. Foto: Werner Krüper

Dr. Verena Staats, Vorständin des Deutschen Vereins, betont die Notwendigkeit umfassender Maßnahmen: „Um ältere pflegebedürftige Menschen wirksam vor Gewalt zu schützen, müssen Hilfsangebote ausgebaut und Versorgungsmöglichkeiten für Notfälle sichergestellt werden.“ Zudem sei es wichtig, die Unterstützung für pflegende Angehörige zu verbessern, um Überforderung und Krisensituationen vorzubeugen.

Komplexe Abhängigkeitsverhältnisse in der Pflege

Am 15. Juni ist der Welttag gegen die Misshandlung älterer Menschen. Aus diesem Anlass weist der Deutsche Verein darauf hin, dass Gewalt in der Pflege ein verbreitetes Phänomen mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen sei. Pflegebeziehungen seien durch komplexe Abhängigkeitsverhältnisse gekennzeichnet, wodurch pflegebedürftige Menschen einem besonderen Risiko der Gewalterfahrung ausgesetzt seien.

Tipp: Hören Sie die aktuelle Podcast-Folge von New Care – New Leadership zum Thema „Gewalt in der Pflege vorbeugen“

Laut dem Verein könne Gewalt in allen Pflegesettings vorkommen. Für die verschiedenen Bereiche seien jeweils spezifische Präventions- und Schutzmaßnahmen erforderlich. Besonders im privaten Bereich der häuslichen Pflege gebe es keine ausreichenden Strukturen, um Gewaltvorfälle frühzeitig zu erkennen und pflegebedürftige Menschen im Akutfall wirksam zu schützen.

Forderung nach besserer Vernetzung und Notfallversorgung

Der Deutsche Verein betont die Bedeutung einer gut abgestimmten Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure, insbesondere im Bereich der häuslichen Pflege. Als hilfreich erachtet der Verein eine langfristige Kooperation in entsprechenden Netzwerken sowie das Vorhalten von Pflegeplätzen für Notfälle. Auf dem 83. Deutschen Fürsorgetag 2025 sollen die Themen Alter und Pflege in diversen Fachforen behandelt werden.