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PeBeM: „Pflegeberufe werden in all ihrer Vielfalt aufgewertet“
Der Messekongress zur ALTENPFLEGE 2025 vom 8. bis 10. April in Nürnberg greift die Top-Themen auf, die Pflegeprofis bewegen – die Personalbemessung zählt dazu. Christian Weiß, Geschäftsführer der Sozialteam-Gruppe, berichtet im Vorab-Interview über seine Erfahrungen aus der Praxis als PeBeM-Modelleinrichtung.
Herr Weiß, Sie haben mit Ihrer Einrichtung am Modellprojekt zur PeBeM teilgenommen. Wie sind Sie ins Projekt eingestiegen?
Wir waren von Anfang an überzeugt, dass das Projekt nur positiv gestaltet werden kann, wenn dieses aus dem Team heraus gesteuert wird. So haben wir zunächst eine interdisziplinäre Steuerungsgruppe innerhalb der Einrichtung gegründet. Diese gestaltet das Projekt auch heute noch aktiv. Neben unserem zentralen Qualitätsmanagement sind daran die Einrichtungs- und Pflegedienstleitung, eine Wohnbereichsleitung sowie Fachkräfte, Assistenzkräfte und ein Kollege aus der Betreuung beteiligt.
Gab es im Vorfeld Bedenken vonseiten der Mitarbeitenden? Und wenn ja, welche?
Zu Beginn gab es Skepsis und viele Fragen. Gleichzeitig herrschte aber auch positive Aufbruchsstimmung. Im Mittelpunkt standen Fragen zur eigenen Rolle im Team. Es wurde über etwaige Überforderung gesprochen und wie ein Umstellungsprozess vom zeitlichen Aufwand gemeistert werden kann. Schon sehr schnell war dann klar, dass eine stetige Kommunikation mit allen Beteiligten und ein zielgerichtetes Schulungsangebot notwendig sind. Sobald dann die ersten Effekte im Team spürbar waren, hat aber klar das Positive überwogen.
Wie läuft es inzwischen? Was haben Sie verändert?
In der Modelleinrichtung wurde eine neue Ablauforganisation etabliert. Diese ermöglicht es, kompetenz- und qualifikationsorientiert zu arbeiten, aber gleichzeitig die Flexibilität nicht zu verlieren. Wir haben dafür alle Prozesse transparent gemacht. Jede und jeder kann nachvollziehen, was ihre bzw. seine Aufgaben und was die Aufgaben der anderen sind. Konkret gibt es für die Einrichtung einen Ablaufplan. In diesem sind tägliche Interventionen und Tätigkeiten bezogen auf jede Bewohnerin und jeden Bewohner beschrieben und geplant. Bei jeder dieser Aufgaben wird nach Qualifikationsniveau der Mitarbeitenden unterschieden. Diese Ablauforganisation wird regelmäßig angepasst und liegt – je nach Dienstplansicherheit – in unterschiedlicher Ausprägung vor.
Welche Chancen bieten sich aus Ihrer Sicht durch die Personalbemessung?
Die neue Personalbemessung bietet – insbesondere durch eine umfangreiche Organisationsentwicklung – die Chance, die Ablauforganisation in den Einrichtungen und damit den Pflegeprozess zielgerichteter zu gestalten. So können Pflegekräfte entlastet werden. Der Alltag kann mit mehr Planungssicherheit, aber trotzdem flexibel organisiert werden. Kurzfristig notwendige Umorganisations- und Vertretungsnotwendigkeiten sind einfacher umsetzbar. Mitarbeitende, die Aufgaben übernehmen müssen, erhalten durch die detaillierte Ablauforganisation mehr Sicherheit. Da diese Ablauforganisation zudem auf die Qualifikationsniveaus der Mitarbeitenden ausgerichtet ist, werden die Pflegeberufe mit all ihrer Vielfalt und – auf den unterschiedlichen Ebenen unterschiedlich ausgeprägten – Kompetenzen aufgewertet. Das gilt sowohl für examinierte Fachkräfte als auch für qualifiziert Assistenzkräfte. In Summe sind wir davon überzeugt, dass so ein wichtiger Baustein genutzt werden kann, um die Arbeitsplatzattraktivität zu steigern.
Interview: Ina Füllkrug
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