Allgemein

Regional übliches Entlohnungsniveau steigt 2025 deutlich

Die Werte für das „regional übliche Entlohnungsniveau“ in der Pflege sind ab dem kommenden Jahr deutlich erhöht.

Die Pflegeeinrichtungen sind gesetzlich verpflichtet, die Lohnsteigerungen vollumfänglich und pünktlich zum Jahresbeginn vorzunehmen Foto: weyo/AdobeStock

Die Werte für das „regional übliche Entlohnungsniveau“ in der Pflege, die von den Verbänden der gesetzlichen Krankenkassen für jedes Bundesland ermittelt wurden, sind ab dem kommenden Jahr deutlich erhöht. Ab dem 1. Januar 2025 müssen Pflegeeinrichtungen, die keinen Tarifvertrag anwenden, diese erhöhten Gehälter und Löhne umsetzen. In vielen Bundesländern belaufen sich die Lohnsteigerungen auf rund 10 Prozent oder mehr, so der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bad).

Andreas Kern, Bundesvorsitzender des bad, sieht in dieser Entwicklung sowohl positive als auch negative Aspekte. „Lohnsteigerungen sind ein wichtiger Schritt, um die wertvolle Arbeit in der Pflege anzuerkennen und den Beruf attraktiver zu gestalten. Allerdings hat die Politik entschieden, dass diese Lohnkostensteigerungen direkt auf die Pflegebedürftigen umgelegt werden sollen, was für viele von ihnen deutliche Preissteigerungen bedeutet“, erklärt Kern. Die Mehrkosten könnten viele Pflegebedürftige mit begrenzten finanziellen Mitteln erheblich belasten.

Pflegeeinrichtungen stehen vor großen Herausforderungen

Auch die Pflegeeinrichtungen selbst stehen vor großen Herausforderungen. Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad, warnt vor den wirtschaftlichen Folgen der Lohnerhöhungen: „Die Pflegeeinrichtungen sind gesetzlich verpflichtet, die Lohnsteigerungen vollumfänglich und pünktlich zum Jahresbeginn vorzunehmen. Zeitgleich ist eine vollständige und zeitnahe Refinanzierung dieser Mehrkosten durch die Kostenträger jedoch alles andere als gewiss! Die Vergütungsverhandlungen der vergangenen Jahre haben eindrücklich gezeigt, dass die Bereitschaft bei den Kostenträgern oftmals fehlt, diese Mehrkosten vollständig als Vergütungssteigerungen anzuerkennen.

Kapp verweist auf die gestiegene Zahl der Insolvenzen in der Branche und fordert, dass die Verhandlungen mit den Pflegekassen, Sozialhilfeträgern und Krankenkassen nicht zu weiteren Verzögerungen führen. „Viele Pflegeeinrichtungen stehen wirtschaftlich bereits am Abgrund. Die Kostenträger müssen ihre Verantwortung für eine flächendeckende Versorgung endlich ernst nehmen“, so Kapp.

Der bad fordert die Politik daher auf, die Pflegesachleistungsbeträge an die tatsächlichen Kostensteigerungen anzupassen und von den Kostenträgern eine uneingeschränkte Anerkennung der Lohnerhöhungen ab dem 1. Januar 2025.

Hier finden Sie die Tabelle der regional üblichen Entgelte in der Pflege für 2025